alpiner gleitschirmclub iisvogel

Paraschii 2024

Für den Paraschii 2024 hiess es, früh aufstehen. Die sehr frühen Pipo, Alex und Christine wurden belohnt durch eine kürzere Wartezeit auf die zweite Gondel. Die etwas späteren Jörg, Suresh und Babette  waren erst um 9.30 Uhr auf der Piste. Das Wetter war traumhaft, der Wind blies laminar stramm und der Schnee motivierte zum Fräsen.

Schon beim Briefing auf der Sonnenterrasse war die Strategie klar: Das Podest sollte dieses Jahr von mehreren iisvögeln besetzt werden. Unsere tiefen Startnummern 11 bis 14 waren dafür schon mal eine gute Ausgangslage und das mit 24 Piloten dieses Jahr kleine Teilnehmerfeld ebenso. Alex hatte seine Latten extra fürs Rennen in einen Service gebracht, Jörg einen geheimen Wachs aus dem Jahr 1998 aufgetragen.

3 – 2 -1 – Start, und der Riesenslalom wurde möglichst eng, möglichst in der Hocke und möglichst elegant gefahren. Es galt, die richtige Mischung aus Geschmeidigkeit und Aggressivität zu finden. Noch wussten wir nicht, wie unsere Läufe gelungen waren. Aber es sei schon verraten: Alex’ Service hatte sich gelohnt, er fuhr Rang 2 ein.  Suresh folgte dicht darauf auf Platz 5 gefolgt von Pipo auf Rang 6. Jörgs Geheimwachs hatte sein Ablaufdatum offenbar definitiv überschritten: Rang 13

Hier hätte Manu, der ärgerlicherweise für seine Lokiführerschicht einfach keinen Ersatz finden konnte, mit seinem Kult-Skidress definitiv das Rennen aufgemischt.

Ich wollte später noch Skifahren, darum begab ich mich gleich zum Start.  Nach einigem Hin und Her entschied ich mich trotz zügigem Wind für einen Rückwärts-Skistart. Mögliche Helfer waren ja genug am Start. Alles passte und dank des Windes lag noch eine gute Viertelstunde seidenfeines Soaring an der Startkante drin, bevor etwas viele Schirme in der Luft waren und ich mich in die Talquerung für den Touch&Go einfädelte.

Dies war meine geheime Angstdisziplin, da ich das vorletzte Mal den Kreis butterzart, zielgenau aber 80 cm zu hoch und ohne Schneeberührung überflogen hatte. 2022 – mann ist ja lernfähig – kam ich dann auf dem Schnee tiefer und hochpräzise, aber 80 cm neben dem Kreis an. Doch diesmal klappte es. Nicht elegant, aber es klappte und euphorisch nahm ich das Adrenalin für den finalen Zielanflug mit. Das kleine Quiek-Gummischweinchen in der Kreismitte lockte und ich versetzte ihm mit meinen Skikanten einen Volltreffer – ausgequiekt.

Bald waren auch Pipo, Suresh und Alex in der Luft. Bei Alex passte ebenfalls alles, nur die beiden jüngeren hatten heuer etwas Zielpech. Dafür wurden sie mit einer guten Stunde erneutem Soaring am Gotschnagrat entschädigt. Ich entschied mich für einige weitere Pistenkilometer mit Christine und Babette.

Die Rankgverkündigung war spannend und die iisvögel dominierten das Podest klar:

Alex holte mit Rang 1 einen langersehnten Akkubohrer. Endlich hat er einen neuen. Vielleicht landet ja einer seiner weiteren vier gebrauchten auf dem Habrüti-Gabentisch? Jedenfalls wurden abends mit dem neuen Bohrer im Hotel gleich die Dübellöcher optimiert (s. Bild).

Jörg als Beinahe – Nichtschwimmer auf Platz 3 ergatterte einen Riverrafting Gutschein auf dem Vorderrhein und Suresh und Pipo auf Rang 5 und 18 Gutscheine für die Älplibahn am Vilan. Bei einer Abschlusspizza wurde der Anlass würdig gefeiert.

Hier sei dem GC-Grischa nochmals herzlich für die Organisation dieses tollen, unkomplizierten Plauschanlasses herzlichst gedankt. Und an alle daheimgebliebenen iisvögel, die irgendein Paar Skis zuhause haben: Lasst euch diesen Anlass nächstes Jahr nicht entgehen. Dann besetzen wir das ganze Podest.

Kein Schnee, kein Problem

Eigentlich stand auf der Ausschreibung „Schlittelplausch“. Doch die milden Temperaturen und der Regen gaben der Schlittelpiste im Bannwald am Ricken den Rest.

Das hielt die iisvogel Schar nicht von einem Ausflug zur Alp Egg ab. 14 hoch motivierte Wanderer trafen sich im Regen und Dunkelheit auf dem Ricken. Jeder marschierte so schnell er konnte hoch zur Beiz und der Besenwagen sammelte die meisten dennoch ein.

Oben gab es ein feines Fondue und angeregte Unterhaltung, man hatte sich ewig nicht gesehen.

Zum Schluss sausten wir alle im Blech-Schlitten zu Tal.

Weissmies (4017m)

In meinen Sommerferien wurde ich (Manu) von Danilo höflich daran erinnert, dass ich im Jahresprogramm eine Tour auf den Weissmies angekündigt hatte. Da er gerade am Computer sass, reservierte er mal sechs Plätze in der Almagellerhütte. Zurück in der Schweiz hatte ich dann Zeit, um die Einladung zu versenden. Die sechs Plätze waren rasch ausgebucht und ich musste zweimal noch in die Hütte anrufen, um noch Teilnehmer nachzumelden.

So starteten wir zu acht das Abenteuer: Danilo, Jörg, Nils, Chrigel, Andreas Mauchle, Daniel, Suresh und ich. Jörg hatte im Vorfeld ebenfalls viel Zeit am Compi verbracht und mit dem Gleitzahl-Rechner gespielt. Aus dieser Recherche ergab sich eine erste interessante Idee: Am Samstag (vor der Mittagspause der Gondelbahn) auf die Hohsaas fahren und dann in Richtung Almageller-Alp fliegen. Danilo, Jörg und ich fanden das eine gute Idee – die anderen Teilnehmer weniger. Sie nahmen die Bahn in Saas-Almagell zur Furggstalden, von wo sie der Erlebnisweg zur Almageller-Alp führte.

Insgeheim hofften wir natürlich, dass es ein wenig Thermik gibt an den Südhängen des Trifthorns, aber die Prognose stimmte: Ein stabiles Hoch. Nach der Landung und einer Stärkung in der Almageller-Alpbeiz nahmen wir drei ebenfalls den Hüttenweg unter die Sohlen.

Die Almageller-Hütte war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das Nachtessen wurde auf zwei Schichten aufgeteilt. Viele nutzten die möglicherweise letzte Chance unter Sommerbedingungen über den Südgrat auf den Weissmies zu steigen.

Nach dem Znacht präsentierte Jörg die zweite interessante Idee: Vom Gipfel, anstatt ins Wallis, nach Italien zu fliegen. Eine beeindruckende Höhendifferenz von 3‘750m. Er hatte seine Gleitzahl-Berechnungen ausgedruckt und zwei Möglichkeiten zur Diskussion gestellt. Entweder direkt durchs Valle di Bognanco nach Domodossola oder ein wenig weiter, aber mit besseren Notlandemöglichkeiten durchs Valle d’Antrona nach Villadossola. Der offizielle Landeplatz befindet sich zwischen den beiden Dörfern. Andreas, Daniel und Chrigel klinkten sich aus der Diskussion aus, weil sie nach Saas-Grund fliegen wollten. Wir anderen einigten uns auf die zweite Möglichkeit. Aber wie immer, man muss erst mal hoch- und dann in die Luft kommen.

Wir traten um 5 Uhr in einen wunderbaren Morgen hinaus und stiegen in der Dämmerung zum Zwischbergenpass, wo wir fröstelnd den Sonnenaufgang bestaunten und bereits die mögliche Flugroute studierten. Der Aufstieg über den Blockgrat war problemlos und die vielen Seilschaften verteilten sich erstaunlich gut. Im oberen Teil seilten auch wir an und über den aperen Gipfelgrat schnallten wir die Steigeisen an.

Um 11 Uhr erreichten wir den Gipfel und die Nervosität stieg. Die Prognose stimmte. Ein stabiles Hoch mit sehr wenig Wind. Es war theoretisch windstill – praktisch ein Null von hinten. Ab und zu gab es sogar einen Windstoss von oben. Auf 4‘000m bedeutet das: Rennen – Vollgas. Nur, wie geht das am besten? Mit oder ohne Steigeisen? Nach dem genauen Studium aller sieben Vorflieger (einer kam erst beim 4. Versuch weg) entschied ich mich klar gegen die Steigeisen.

Einmal in der Luft waren alle Sorgen vergessen, man konnte sich entspannen und die absolut tote Luft geniessen. Sie war jedoch nicht für alle gleich tot. Danilo flog ca 5 min vor mir und stieg kontinuierlich. Mein Vario gab keinen einzigen Laut von sich. Danilo kreiste über den Gipfeln und ich schaute mir schon die Lande-Alternativen an. Zum Glück hatte es keinen Talwind und es reichte mir, wie den anderen Iisvögeln, an den offiziellen Landeplatz. 30min später brachte uns der Bus bequem an den Bahnhof Domodossola, wo wir die grandiose Tour mit Moretti und Gelati feierten.

Selun

Eigentlich hatte André ja eine Tour auf den Chli Aubrig ausgeschrieben. Aber angesichts der prognostizierten Bisentendenz wurde dann doch der Selun als Tagesziel ausgewählt.

Nachdem wir zu dritt bei der Selunbahn angekommen waren, die Ernüchterung: Es hatte schon so viele wartende Leute, dass wir über eine Stunde warten mussten. Die Wartezeit war jedoch kurzweilig, so konnten wir beispielsweise dem Alpabzug zuschauen und über Toggenburger vs. Appenzeller Trachten fachsimpeln. Als wir dann auch endlich an der Reihe waren, konnten wir in der Kiste gemütlich zum Strichboden hochfahren.

Von der Bergstation an ging’s zu Fuss weiter. Die 627 Höhenmeter sind zwar nicht gerade abwechslungsreich, dafür ist die Aussicht top. Oben angekommen dann der lohnende Blick über die Südwände auf den Walensee.

Beim Aufstieg diskutierten wir bereits unsere Flugziele. André wollte zum Auto zurück, Oli in Richtung Heimat, und ich (Danilo) zur Linth-Ebene. Der Wind erschien uns gut, über den Gipfeln standen bereits die Quellwolken und in der Ferne konnten wir einigen Schirmen beim Aufdrehen zusehen.

Am Selungipfel dann die Ernüchterung: Der Wind kam am Gipfel anders als prognostiziert zügig von Osten und manchmal thermisch von Süden. Wenn wir etwas weiter absteigen um im geschützten Bereich zu starten, können wir hingegen nicht direkt auf die Südseite wechseln. Alles nicht optimal. Oli und ich erwägten kurz einen Start in den steilen Wiesen gegen Süden, verwarfen den Gedanken aber rasch wieder. Daher entschieden wir uns doch dafür, 30m abzusteigen und nach Norden zu starten, mit viel schlechteren Thermik-Aussichten.

Beim Auslegen der Schirme änderte sich das Wolkenbild jedoch plötzlich. Eine andere Luftmasse drängte von Norden her an die Churfirsten heran, die Basis senkte sich rasch ab, und plötzlich kondensierte es um uns herum. Zudem drehte der Wind auf nördliche Richtungen. Rasch starteten wir, um nicht plötzlich im Nebel zu stehen.

Mir gelang es dann doch wider Erwarten, nach dem Start auf die Südseite zu wechseln. Dort erwartete mich jedoch keine schöne Thermik (wie 30 Minuten zuvor), sondern ein etwas unruhiges Lee. Ich flüchtete in Richtung See, suchte dort die Felsen nach Thermik ab, aber wurde nicht fündig. Eine halbe Stunde später landete ich in Walenstadt.

Oli zog es nach Osten zum Gräppelensee, aber der Gräppelensee-Schlauch war nicht da, und so landete er in Unterwasser.

André landete unter mysteriösen Umständen nicht in Starkenbach beim Auto, sondern auf der Sellamatt, und genoss eine Talfahrt mit der Bahn.

Und so kann man den Tag zusammenfassen: Selun statt Chli Aubrig, Südwind statt Nordwind, Kondensation statt hohe Basis, Nord-Lee statt Süd-Thermik, Walenstadt statt Linth-Ebene, Unterwasser statt St. Gallen und Sellamatt statt Starkenbach. Aber, am wichtigsten: Fliegen statt hinunterwandern, und Berge statt Büro. Darum war’s durchaus ein gelungener Tag!

Balmhorn

Prolog

Was nicht alles passen muss für einen Flug vom Balmhorn: Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Wolkenbasis, Sicht und Schnee am Startplatz. Und ein Schlafplatz in der Hütte.

Kurzum: Es braucht eine gehörige Portion Glück!

Eine Woche vor der Tour war, gemäss Prognose, ein Start vom Balmhorn machbar. So telefonierte ich ohne grosse Erwartung ins Hotel Schwarenbach. Welche Hütte ist heutzutage nicht schon Wochen im voraus ausgebucht? Das Schwarenbach jedenfalls nicht: Schnell die letzten 6 Plätze reserviert. Glück gehabt!

Doch wer kommt mit? Glücklicherweise fand ich vier Mitstreiter.

Samstag

Entgegen der Prognose regnet es erst einmal am Morgen. Fliegen oder nicht? Und wenn, wo? Der definitive Entscheid fiel erst, als wir die ersten Gleitschirme von der Allmenalp fliegen sahen. Glücklicherweise fliegbar. Vielleicht ist doch ein Flug in die Spittelmatt möglich, trotz des zügigen Windes am Balmhorn?

Die Realität holte uns schneller ein als gedacht. Keine Thermik. So standen wir alsbald wieder am Landeplatz und packten unsere Säcke für die Wanderung ins Schwarenbach: Ab Kandersteg laufen und Punkte sammeln oder Seilbahn und Apéro auf der Alp Spittelmatt? Der Entscheid war erstaunlicherweise nicht einstimmig…

Beim 4-Gang-Menü wurde nochmals die Windprognose konsultiert: Auf 3000m Top, auf 4200m Flop: Und dazwischen liegt der Balmhorngipfel. Es bleibt spannend, ob wir das Balmhorn im 3. Anlauf endlich befliegen?

Sonntag

Der Hüttenwart räumte um 4:00 den Zmorgentisch ab. Draussen ist es noch dunkel, aber schon ordentlich warm. Vielleicht hat er ja recht gehabt und der frühe Start ist nötig. Ein guter Weg führt ins Tal des Schwarzgletscher. Während sich die Wegspur langsam verliert, kommen wir der Schneeflanke hoch zum Zackengrat immer näher. Trägt der Schnee, trotz der nächtlichen Temperaturen?

Glücklicherweise ja, und so steigen wir mit den Steigeisen zügig zum Grat empor. Der Zackengrat ist einfach zu begehen, aber wegen seiner Länge und den schweren Säcken doch sehr anstrengend. Das ist dem ersten iisvogel zu viel: Lieber fliegen als laufen, sagen seine Oberschenkel. Und so gleitet er sanft nach Kandersteg, während sich die anderen Richtung Gipfel „pushen“.

Nach fünfeinhalb Stunden ist der Gipfel endlich, für mich auf dem letzen Zacken, erreicht. Eine traumhafte Aussicht bietet sich uns, bis zum Mont Blanc. Der Startplatz neben dem Gipfelkreuz hat Platz für vier Gleitschirme. Und es ist Windstill, von hinten. Kurze Verschnaufpause. Als der erste Luftzug von Südwest kommt, ist bereits wieder Unruhe in der Vogelschar. Schnell starten, denn Runterlaufen: Niemals!

Allen gelingt der Start, was sind wir doch für Glückspilze!

Der Flugplan ist einfach gehalten: Ein Gleitflug nach Frutigen sollte möglich sein, der Adler von Adelboden ist kürzlich weitaus tiefer gestartet, und es hat ihm auch gereicht.

Aber der Spass fängt erst an: Schon beim Doldenhorn die erste Thermik. Es reicht zwar bei weitem nicht zum Überflug, aber an die Südseite des Ärmighore oder zum Gehrihore, wo’s dann bis auf Startplatzhöhe geht. Unterwegs begegne ich dem Bartgeier auf Augenhöhe (physikalisch, nicht flugtechnisch), was für ein Erlebnis.

Und so fliegen wir, bis der Sitz unbequem und der Durst zu gross ist, bis nach Interlaken oder über den Niesen nach Frutigen.

Überglücklich setzen wir nach zwei Stunden Flug sanft auf.

Habrüti Open 2023

Wie erwartet, der Wind im Nacken. Dennoch standen 11 gespannte Iisvögel auf dem
Habrütispitz um zu zeigen was sie können. Trotz anfänglicher Skepsis der Bäretswiler
Hooligans, konnte man sogar das Surren der Drohne tolerieren, welche das Spektakel der
Tauchstarts bestaunte.
Ein Vöglein nach dem andern hunterte die steile Wiese runter, um die Klötzlein ins Ziel zu
werfen. Naja, das Ziel wurde von allen verfehlt, trotz einem beeindruckenden Tiefflug von
Manu und einem noch tieferen Überflug, der zur Landung führte.
Da dachte man 5 Minuten sind gut geschätzt, bis der erste Vogel nur so runtersaust. Unten
angekommen, wurde dann mit Olis Luftgewehr ins Schwarze getroffen. Die Grillade war
schon eingepackt, so konnte das Gewehr auch schon wieder ins Auto versorgt werden.
Im schimmern der Taschenlampe kam dann die grosse Verkündigung der Ränge.

  1. Platz: Manu
  2. Platz: Suresh
  3. Platz: Alex

Danke fürs Organisieren an Oli und danke an die Bodencrew!

Näbelchäppler

Um kurz nach sechs Uhr aufgewacht
Schi und Gleitschirm im Gepäck
fahrt ins Klöntal zum Plätz
los gelaufen wird um acht.

Der Näbelchäppler, 1600 Höhenmeter bis zum Ziel
zuerst ins Tal tschalpen,
dann über die zwei Alpen
das war den einen doch zu viel.

Ein Glarner hat schon eine Spur gemacht,
es war sicher ring,
in wenig Schnee wie Ende Frühling.
An die Abfahrt hat er wohl nicht gedacht.

Den Gipfel erreicht, auf dem letzten Zacken,
den einen hat’s gestunken,
beim starten haben sie noch gewunken,
während die anderen Rasten, im Sonnenschein, mit Wind im Nacken.

Die Schwünge in den ersten Hängen, ein Traum,
doch muss man aufpassen wo man fährt,
sonst zerstört man sich sein Abfahtsgerät,
denn eine Unterlage hat es kaum.

In der Mitte wird gestartet,
der Flug, zwar nur ein Abgleiter,
die Stimmung am Landeplatz dennoch heiter,
der Shuttle zur Beiz der wartet.

Die Tour war sehr durchdacht,
danke Gonzo für’s organisieren,
es gibt nichts zu monieren,
hat sehr viel Spass gemacht!

Lufthüttlitour

Wegen dem nassen Wetter konnte am Samstag nicht vom Fluebrig geflogen werden. So wanderten wir am späten Nachmittag mit Schirm und Schirm und ausreichend Verpflegung zum Lufthüttli, wo wir kurz vor dem Eindunkeln eintrafen. Nach einem ausgiebigen Apero wurde der Znacht angerührt und über die Grösse der Brotmocken diskutiert, Resultat war die Variante „Gross mit Rand“. Zum Dessert gab es wieder gebrannte Mandeln à la Stefan. Mittlerweile hatte es aufgeklart und ein prächtiger Sternenhimmel mit vollem Mond begleitete uns durch den geselligen Abend.

Am Morgen waren alle zeitig beim Zmorgen, denn man wollte Heute noch fliegen und der Meteolüg drohte mit viel Wind am Nachmittag. Der selbst gebackene Zopf war der Hit! Und bald stapften wir durch den Schnee in Richtung Redertengrat. Beim Rettungsschlitten traten wir endlich aus dem Schatten des Muttristock in die wärmende Sonne. Und auch der Wind kam endlich von unten.

Der Startplatz am Redertengrat war perfekt, und so schwangen wir uns bald in die Luft.

Im Gleitflug reichte es leider nicht bis nach Vordertal, so landeten alle beim Oberhof. Der Ausflug wurde durch ein feines Mittagessen abgerundet.

Danke Stefan für die Organisation.

Iisvögel in Frankreich

Der Iisvogel ist ja bekanntlich nicht wirklich ein Zugvogel weshalb lediglich 2 von der Schar sich aufmachten um in der ersten Oktoberwoche neues Gelände im Süden zu erkunden. Die Wetterprognose versprach von Westen nahendes gutes Wetter und so trafen sich die 2 am Sonntag früh um eine ordentlich Etappe hinter sich zu bringen.

Schon in der Gegend von Grenoble hellte der Himmel deutlich auf und so konnte der Pickpick an der Sonne genossen werden. Lediglich der Nordwind war noch ziemlich zügig, aber das half umso schneller voranzukommen. Im Laufe des Nachmittags waren die 2 bereits am ersten Etappenziel in der Gegend von Ancelle bei Gap angelangt und wären am liebsten gleich in die Thermik gehüpft. Der Nordwind verunsicherte allerdings ein bisschen, weshalb sich die beiden erst mal um das Nachtlager kümmerten. Als dann aber andere Vögel am Himmel ins Tal schwebten, entschieden sie sich doch noch für einen Flugversuch. Und der gelang ausserordentlich gut…

Anderntags beschlossen die beiden gleich nochmals diesen Startplatz zu befliegen. Und machten sich zu Fuss auf den Weg nach «les Richards».

Leider war es über Nacht ziemlich stabil geworden, weshalb der Flug nur von begrenzter Dauer war. Auch die Nachmittags oft wunderbar aufgeheizte Flanke des Cuchon bei Ancelle wollte an diesem Tag nicht so recht. Was soll´s. So machten sich die 2 iisvögel nach einem stärkenden Z´vieri auf, weiter in den Süden vorzudringen.

Tag 3

Nach einem Nachtlager in Digne-les-Bains trafen sie schon ziemlich früh im bekannten Reservat von Saint André-les-Alpes ein und beäugten etwas neidisch die hervorragende Infrastruktur. Die riesige Landewiese mit bewirtetem Clubhaus, ein grosser Parkplatz auf dem auch Camper offenbar die Nacht verbringen dürfen, die ausführliche Infotafel und ein bestens organisierter Transport zum Startplatz machten Eindruck. Oben am Weststartplatz angekommen zog zwar schon ein laues Lüftchen über den Startplatz, aber es schien noch etwas zu früh zu sein. Es gäbe da zwar auch noch einen Startplatz nach Osten mit einer bestens zur Sonne ausgerichteten Flanke. Ein paar andere Vögel nutzten dort schon ausgiebig die Thermik. Aber ein Blick auf die Windmessstation zeigte, dass dort Rückenwind herrschte und die 2 iisvögel somit schon am richtigen Ort warteten. So hatten sie ausgiebig Zeit dem Treiben, dass sich immer mehr entwickelte etwas zuzusehen. Der Transporter beförderte fleissig weitere Wagenladungen von Piloten an den eigentlich recht grossen Startplatz. So verwandelte sich das Ganze mehr und mehr in ein emsiges Gewusel.

Endlich, so ab etwa 13:00 Uhr konnten sich die ersten Hochleistersicheln in der Luft halten. Also machten sich auch die iisvögel bereit und schwangen sich alsbald, begleitet von einer ganzen Schar anderer Tuchflieger in die Luft. Bis sich der ganze Haufen etwas verteilt hatte brauchte es durchaus noch etwas Umsicht und Nerven, aber danach war es Fliegen vom feinsten bei teilweise kräftiger Blauthermik. Nach einer hübschen Runde von etwa 40 Km landete der schreibende sanft und mit einem breiten Grinsen auf der Landewiese bei besagtem Clubhaus.

Tag 4

Obschon der letzte Tag fliegerisch eigentlich bestens verlaufen war, zog es die beiden iisvögel in weniger stark beflogenes Gelände. Somit machten sie sich auf den Weg nach Gréolières und genossen dabei die wunderschöne Landschaft. Auch hier erwartete sie eine recht grosse Landewiese, perfekt markiert mit mehreren Windsäcken, Clubhaus und Infotafel. Erstaunlicherweise waren die beiden jedoch alleine vor Ort. Sonst keine Menschenseele. Na was soll´s. Selbst der Pfad, der vom Landeplatz die weniger als 300 Höhenmeter zum Startplatz hinauf führt war bestens markiert. Um die Mittagszeit dort angekommen, trafen sie dann doch noch ein paar einheimische Piloten und – vor allem – perfekte Startbedingungen. Also ab in die Luft! Schon wenig später war die fast 800 Meter höher liegende Krete überhöht und wurde ausgiebig in alle Richtungen abgeflogen.

Bei einem Kafi im hübschen Dörfchen beschlossen wir dann gleich noch ein weiteres Fluggebiet auszuprobieren: Gourdon. Dieses liegt nur etwa eine ½ Stunde entfernt auf einer Geländeterrasse mit Ausblick bis ans Mittelmeer.

Der Aufstieg zum Startplatz erfolgt auch hier zu Fuss auf einem gut angelegten Wanderweg. In einer ½ Stunde sind die 200 Höhenmeter zurückgelegt. Der Wind bläst zwar stark, aber immer noch ok. Zuerst schlucken die iisvögel zwar etwas beim Blick über die Klippe hinunter. Es stellt sich dann aber heraus, dass genau dort wo sich der Startplatz befindet ein Geländerücken heraufzieht und die Klippe dort unterbricht. Trotz der fortgeschrittenen Zeit – inzwischen nach 17:00 Uhr – konnte entlang der Klippe noch wunderbar hin und her geflogen werden.

Tag 5

Nach einer Nacht in Castellane zogen die iisvögel weiter Richtung Moustiers Ste. Marie und folgten dabei der berühmten Verdonschlucht. Zuerst war diese noch mystisch in Nebelschwaden gehüllt. Schon bald aber drückte die Sonne durch und ermöglichte eindrückliche Blickwinkel. Etwas später standen sie bereits an einem Startplatz unmittelbar an der Grenze der bergigen Haute Provence mit Blick direkt in die Flächen der Provence. Der Startplatz befindet sich auch nicht weit von der Strasse und war nach wenigen Minuten Fussmarsch und ein bisschen Suchen im Unterholz dann auch bald gefunden. Einziger Haken: Der Landeplatz befindet sich gut 600 Höhenmeter und eine ansehnliche Strecke weiter unten. Dazwischen nicht wirklich tolle Möglichkeiten zu landen. Das Auto wieder zu holen könnte also anstrengend werden.

Glücklicherweise gelang dann ein Toplanding und schon bald standen die beiden vor ihrem Hotel in Moustiers. Abendflüge sollen hier super sein. Momentan war jedoch noch niemand am Himmel zu sehen. Also keine Zeit verlieren und zum Startplatz auf dem Berg gleich hinter dem Dorf aufsteigen. Die 45 Minuten dort hinauf waren in der Nachmittagssonne durchaus schweisstreibend.

Aber der Moment schien gut zu sein. Eine perfekte Brise wehte vom Tal herauf und auch diverse andere Piloten waren soeben gestartet oder machten sich zum Abflug bereit.

Was folgte war irgendwie unglaublich: Anfang Oktober starteten die beiden etwa um 5 Uhr Nachmittags in die Abendsonne und je länger sie flogen, desto besser schien die Thermik zu werden. Kein unnötiges Rütteln und Hacken am Schirm. Einfach ruhiges Kreisen, begleitet von imposanten Geiern und der immer tiefer gehenden Sonne.

Bis dann beide Vögel am Boden waren dunkelte es im Tal unten schon deutlich ein. Aber was soll´s, Vögel sollen schliesslich fliegen!

Tag 6

Für das bevorstehende Wochenende war schlechtes Wetter angesagt. Also mutmasslich der letzte fliegbare Tag dieser Ferien. So beschlossen die beiden ein Fluggebiet weiter nördlich aufzusuchen. Die Wahl fiel auf das recht bekannte Laragne, das ausserdem an der Autobahn Richtung Norden liegt. In der Hoffnung einen Shuttle zum Startplatz zu finden, steuerten die beiden erst mal den Camping mit eigenem Delta-Landeplatz in Laragne an. Aber dort war leider nichts dergleichen. Im Gegenteil, man bereitete sich bereits auf den Winter vor. Heisst, alles wird verräumt. Also fuhren sie selber Richtung Montagne de Châbre,  und stellten das Auto bei einem der Zwischenlandeplätze ab. Kaum bereit für den Aufstieg fuhr tatsächlich ein klappriger Lieferwagen vorbei, der ein paar lokale Piloten hinaufführte und uns auch gleich mitnahm. Das klappte also bestens!

Vom Hören-Sagen wussten die iisvögel, dass die Bedingungen hier ziemlich heftig sein können. Als sie dann oben standen wahr aber alles bestens. Ein paar zügige Ablösungen, aber sonst schien das Ganze problemlos. Im Hochsommer wäre das wohl nichts für uns Nordalpenflieger…

Allzu weit von der Krete wollten die beiden sich dann doch nicht entfernen, denn wer weiss, wie man in unbekanntem Gelände wieder zurück kommt. Nach einem hübschen Flug entlang der Krete und einige Zeit später landete der eine beim Camping in Laragne, der andere auf besagtem Zwischenlandeplatz beim Auto.

Nach einigen Stunden Autofahrt endete diese Flugwoche dann in Ersigen. Es bleiben viele Erinnerungen an schöne Landschaften, heimelige Dörfchen und diverse coole Flüge am Gleitschirm. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass iisvögel bis nach Südfrankreich ziehen.

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