alpiner gleitschirmclub iisvogel

Schibenstoll

Die Wettergötter wollten am Samstag keine Iisvögel auf dem Vorder Glärnisch sehen und bescherten uns mit Nordwind. Dieser wurde genutzt um am Schibenstoll fliegen zu gehen.
Mit den letzten spontanen Anmeldungen am Vorabend kamen ganze 9 Vögel zusammen. Auf der Selamatt gab es für eine Hälfte schon Kaffee und für die andere Hälfte 10 Minuten Vorsprung. Atemberaubender Ausblick und atemraubende Gespräche liessen die 850 Höhenmeter schnell vergehen und der Zmittag konnte verschlungen werden. Trotz einigen Leinensalaten zur Vorspeise kamen alle Schirme schlussendlich in die Luft. Ein Flug mit Aussicht auf den Walensee, mit Thermik bis auf den Gulmen oder einfach nur ins Tal gleiten, für jedermann war etwas dabei.

Selbsanft Nordgrat

Am gelungenen Habrüti-Open vom vergangenen Freitag keimte bei Manu und Suresh die Idee, die Schirme über den imposanten Selbsanft-Nordgrat zu tragen und vom Gipfelplateau zurück in den Zigerschlitz zu hüpfen.

Obwohl die Wind- und Wetterberichte eher Horoskopen ähnelten, liess sich ohne Zweifel ein früher Aufbruch ableiten. Und das nicht nur wegen der senilen Bettflucht des Schreibenden, der trotz seines Altherrentempos dabei sein durfte.

Nach einer Stunde Fahrzeit in Manus Elektrokütschlein, nahmen wir noch vor 5 Uhr den Weg vom Tierfehd über die Pantenbrücke ins Limmerentobel unter die Füsse. Dann sehr steil durch Gras und Gewächse zum Birchli und weiter zum Luegboden.

Unterwegs haufenweise Hüslischnecken, ein rabenschwarzer Alpensalamander und einige Gemsen, die wir beim zmörgele störten und hofften, dass die Viecher nicht alle Edelweisse und Männer*treue und sonstige Biodiversitäten wegfressen.

Der Puls wurde schneller, die Beine schwerer, die Schweisstropfen grösser und das Geächze und Geschnaufe intensiver – zumindest bei einem.

Der Selbsanft wurde in der oberen Hälfte noch viel steiler, schroffer und steiniger – alles andere als es sein eigenartiger Name vermuten lässt. Die Grasbüschel – in die man herzhaft greifen konnte – wichen Handgriffen aus kantigen und unfreundlichen Felsen. Das Seil wurde hervorgeholt. Sogar einzelne Bohrhaken waren vorhanden.

Bei der Ankunft auf der Südschulter des Hauserhorns (Vorder Selbsanft) war weder der Jungspund Suresh noch der Mann(u) im besten Alter oder der alte weisse Mann unglücklich, dass die Schinderei ein baldiges Ende hat. Trotzdem liessen sich Suresh und Manu den Tiefblick vom Hauserhorn zum Tierfehd nicht entgehen und machten einen kurzen Abstecher. Nach insgesamt gut 2000 Hm erreichten wir einen perfekten Startplatz im Altschnee und alle schwangen sich glücklich in die Lüfte. Keine Viertelstunde zu früh – kurz darauf hüllte sich der Berg in Nebelschwaden.

Vielen Dank meinen beiden lieben Weggefährten fürs Mitnehmen, die freundliche Gesellschaft, die Tempodrosselung, das Seiltragen, die Seilsicherungen und die Fahrt in den hintersten Zigerschlitz.

Gonzo

Habrüti Open

Das prächtigem Wetter und die Rekordbeteilung verhiessen einen spannenden Wettkampf.

Doch statt zum Habrütispitz aufzusteigen, standen 9 iisvögel ratlos am Landeplatz und staunten über den zügigen Wind der vom Startplatz herunter wehte.

Als alternativer Wettkampf Austragungsort wurde einmal mehr die Schaufelbergeregg gewählt, wo der Wind passte. Wegen der kurzen Flugstrecke wurde auf die Disziplin „Flugzeitansage“ verzichtet. Der Wettkampfablauf war also wie folgt: Starten, Klötzli abwerfen und auf dem Zielpunkt landen. Und das in knapp 1 Minute. Und wieder hoch laufen. Und das 2 Mal. Man wähnte sich in einem Grundkurs.

In der Abenddämmerung wurde ein freier Grillplatz aufgesucht und eingeheizt. Die Schlussdisziplin war dieses Jahr „Kill the Kingfisher“.

Resultat

Gewonnen hat endlich wieder einmal ein Anderer:
Oli wird in den exklusiven Kreis der Habrüti Open Sieger aufgenommen.

1. Oli 25 Punkte
2. Chrigel 24
3. Manu 23
4. Pipo 22
5. Suresh 21
6. André 19
7. Alex 18
8. Jörg 15
9. Danilo 12
10. Gonzo 4
11. Jandru 2
12. Armin

Dieses Jahr gab es wieder einmal Preise für alle. Nicht wie früher einen Gabentisch, aber immerhin…

Ein Dank an Jörg für die Organisation.

Schneebar

Start beim Landeplatz in der Au. Im Sonnenschein schlurften wir in den Fluebrig Sattel. Noch kurz auf den Turner. Der Schnee wäre auch für eine Skiabfahrt prima gewesen, doch alle entschieden sich zum Start im Fluebrig Sattel. Die einen nach Süde, die Anderen nach Norden. Mit Ski, ohne Ski, wie es halt so ist bei den iisvögeln.

Als ich um die Ecke in die Südflanke flog, wurde ich von zwei Adlern aufmerksam beobachtet. Als ich an ihnen vorbei gedreht hatte, starteten sie in die Thermik und hängten mich schnell ab.

Nach dem überfliegen des Turner schlotterte man bereits vor Kälte. Also schnell im Gleitflug an die Schneebar im Lufthüttli zum aufwärmen bei Wurst und Glühwein. Es kamen nur 3/4 der iisvögel an, wie immer an der Schneebar.

Wir fellten nochmals an um einen guten Skistartplatz ohne Rückenwind zu suchen. Von diesem konnte sogar noch etwas Thermik ausgedreht werden um die Schneebar zum Abschied zu überfliegen.

Einen herzlichen Dank an die JO Bachtel für die Verköstigung.

Paraschi

Mit einer fünfköpfige iisvogel-Delegation versuchten wir am Sonntag am Paraschi das Podest zu stürmen. Bei prächtigem Wetter waren wir bereits um 8:00 auf der Gotschna zum einfahren. Nach ein paar rasanten Abfahrten und frösteln auf dem Sessellift startet das Skirennen. Manu versuchte mit seinem Renndress die Konkurrenz zu irritieren. Alle fünf iisvögel kamen zügig durch den Kurs und holten die ersten Punkte.

Dann wurde der Schirm ausgelegt und den ersten beim Thermikfliegen zugeschaut. Nach der Startfreigaben flog man entweder direkt zum Touch & Go oder drehte noch über die Gotschna auf, bis das Gesicht einfrohr und die Finger taub waren. Dieses Jahr war der Touch & Go mit den vorherrschenden Windverhältnissen einfacher als die Jahre zuvor. Dafür war die Punktlandung schwierig wegen dem unsteten Wind.

Mit einer feine Wurst belohnte man sich für die erbrachte Leistung. Am Nachmittag zog es die meisten noch einmal mit dem Schirm auf die Gotschna. Es konnte bis zur Rangverkündigung geflogen werden.

Gleich drei iisvögel klassierten sich in der Top-Ten:
Alex holt sich den 2. Platz, Pipo wird 6. und Suresh 9.
Jörg wird 26., Manu, mit aberkannter Landung, 30.

Die Resultate wurden anschliessend bei Pizza und Bier gefeiert, bis die rote Linie im Google Maps verschwunden war.

Einen herzlichen Dank an den GC Grischa für die hervorragende Organisation dieses schönen Wettkampfs. Wir kommen gerne wieder.

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Lütispitz

Um allen Wünschen der bunten Vogelschar gerecht zu werden, braucht es eine sorgfältige Planung: Pulverschnee wäre schön, und Sonnenschein beim Aufstieg. Einen Startplatz am Gipfel und wenn möglich keine Menschenmassen. Gonzo hatte an das alles gedacht und eine passende Tour ausgeheckt: Über die Chrinn zum Gräppelensee und via Windenpass auf den Lütispitz. Der Plan motivierte den halben Club!

Doch noch bevor das erste Fell den Schnee berührte, war die Tour schon angepasst: Start war nun im Laui.

Wir waren noch nicht weit gekommen, da trafen wir auf Oli und seine Tochter und die Schar wurde noch grösser. So spurten wir zum Gräppelensee. Doch weil wir ein Club von Individualisten sind (oder ein unfolgsamer Haufen) verteilte sich die Schar alsbald auf mehrere Aufstiegsspuren. Bis zum Gipfel waren aber wieder alle brav zusammen.

Hier zeigte sich nun, dass der Platz auf dem Lütispitz für zwölf iisvögel doch recht knapp bemessen war. Der Wind bliess auch zu kräftig für den kleinen Startplatz und der Pulverschnee war schon nass und schwer. Schon beim ersten Schwung auf dem Gipfel verabschiedete sich der Neuschnee in die Südflanke. So mussten alle über die Gras durchsetzte Westflanke abfahren bzw. absteigen.

Die zwei Piloten entschieden sich auf 1800m zum Start. Der Rest schwang beim Gräppelensee ab und wartete gespannt auf die Gleitschirme am Himmel. Endlich flog einer über das Tal. Vom zweiten war nichts zu sehen.

Man beschloss, besser in der Beiz zu warten, oder noch einen Flug vom Burst zu machen, und fuhr ins Tal. Auf der Sonnenterasse fanden sich dann aber nur zehn iisvögel zum „Landebier“ ein? Es stellte sicher heraus: Der Skiflieger hatte vor lauter Glück vergessen wo der Landeplatz war und der Schneeschühnler kam gar nicht in die Luft.

Wann er wieder zu Hause war ist nicht überliefert…

Die Geschichte der Mondsüchtigen Flieger

Der Somnambulismus, historisch auch Mondsucht genannt, ist ein Phänomen, bei dem ein Schlafender ohne aufzuwachen das Bett verlässt, umhergeht und teilweise auch Tätigkeiten verrichtet. Der somnambule Zustand kann spontan auftreten oder provoziert durch äussere, suggestive Einflussnahme.

Auch bei den iisvögeln ist ein solcher Fall von Mondsucht aufgetreten, provoziert durch äussere, suggestive Einflussnahme durch Andreas, der an einem schönen Donnerstagmorgen im Januar im Threema-Chat schrieb: «Heute ist Vollmond: Ganz spontan, und wenn sich der Nebel auflöst: H&F-Mondflug, z.B. von der Kistleralp – Buttikon?»

Nur wenige Stunden später wandelten tatsächlich fünf Gestalten des Nachts in der March umher, zuerst durch den düsteren Lochwald und anschliessend über die Mondlichtgefluteten Schneehänge der Chistleralp. Der Vollmond, der vor nicht allzu langer Zeit zwischen Speer und Federispitz aufgegangen war, beleuchtete den Weg, fast als ob wir am Tag unterwegs gewesen wären. Über uns stand das Sternbild des Orion, mit seinem – ähem – Schwert.

Nach ein-dreiviertel Stunden erreichten wir bei bester Laune das Kreuz am Schwendirain, wo zuerst mal gemeinsam diniert und heisser Tee getrunken wurde (für den Lunch war die Stunde bereits viel zu fortgeschritten). Als ob der Mond nicht hell genug gewesen wäre, packte nun jeder mehrere Lampen aus: Stirnlampen, Velolampen, Stablampen, an Knopfzellen geklebte LEDs, und so weiter… Selbstverständlich wurde auch die REGA per Telefon informiert. Die nette Frau am Telefon wünschte uns einen guten Flug und versicherte uns, dass wir an dem schönen Abend bestimmt nicht die einzigen mondsüchtigen Gleitschirmflieger seien.

Als endlich alle Lampen befestigt und alle Leinen kontrolliert waren, wagten sich die ersten an den Südostwind-Start. Wie sich nur kurz daraufhin zeigen sollte, waren die Leinen ungenügend kontrolliert und die Lampen ungenügend befestigt, aber das war egal, denn wir waren in der Luft und konnten das Panorama geniessen! Heute mit ganz anderen Lichtverhältnissen als sonst.

Es war zwar wider Erwarten kein ruhiger Winterflug – die Luft war eher etwas bockig, vielleicht von der Mondthermik? – aber wenige Minuten später standen wir alle auf der riesigen Landewiese in Buttikon und hatten ein breites Grinsen im Gesicht. Es ist eben schon ein besonderes Erlebnis, so ein Vollmondflug, und es macht Lust auf mehr! So nimmt die Mondsucht ihren Lauf.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Frühmorgens eine gelungene Aufstiegsspur ins Gelände legen, freundlich ein Dutzend Gämsen begrüssen, die Ruhe auf den Gipfeln und Abfahrten in jungfräulichen Pulverschnee-Hängen geniessen. Dieses Glück hatten die drei iisvögel Oliver, Andreas und Gonzo sowie unser Gast Jacques, der vor über 30 Jahren die ersten iisvogel-Statuten juristisch prüfte und ergänzte.

Zur Ehrenrettung der Gruppe ignorierte Oliver unsere eigenwillige Interpretation der geografischen Lage des Hohbergs und machte den kurzen Abstecher zum Gipfel alleine.

Auf dem Matzlenstock hingegen wurde gemeinsam mit dem von Oliver mitgebrachten Appenzeller angestossen. Mit Blick auf die bereits weichen Knie und die bevorstehende steile Abfahrt blieb das Fläschchen halb voll (!) – zu den guten alten Zeiten wäre es niemals zu dieser Todsünde gekommen. Zumal Schreibender mit einem veritablen Purzelbaum demonstrierte, dass alle Vernunft nicht vor Stürzen schützt.

Zum Schluss war es wiederum das Geburtstagskind Oliver, das uns in den Sonnenstrahlen vor dem Bahnhofskiosk Schwanden das „Landebier“ spendierte. Danke!

Das war ein schöner, ausgefüllter Skitourentag.

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