alpiner gleitschirmclub iisvogel

Flashmob auf der Stockflue

Was sich da an einem sonnigen Sonntag im Mai an der Stockflue abspielte, glaubt nur, wer’s selbst gesehen hat!

Ein Flashmob von Eisvögeln auf dem Gipfel!

Aber der Reihe nach: Andreas hat für seine „anspruchsvolle Hike and Fly Tour im T5 Bereich“ die imposante Route über die Stockflue zum Timpel gewählt. Erst war es still im Gruppen-Chat, doch dann ging plötzlich die Post ab: „schöne Idee, komme gerne“, „sehr cool, nach meinem Gusto“, „chume au, mit Frau“ … und Zack: 13 iisvögel und vier Begleiterinnen reisten nach Brunnen, um sich der Tour zu stellen.

Das Wetter ist feucht und heiss, so steigen wir erst den tropischen Wald empor, bis der Weg in kraxelei übergeht. In mediteranem Flair erklimmen wir das Bützi. Jetzt folgt die erste Schlüsselstelle: Durch die, teilweise senkrechte, Westwand geht’s hinunter in den Sattel und weiter Richtung Stockflue. Andreas ist gut vorbereitet und nimmt den einen oder anderen ans Seil. Weiter geht es im gleichen Stil bis zum Ziel: kraxeln und schwitzen.

Dann stürmen wir den Gipfel von allen Seiten! Flashmob! Kein Platz für andere Vögel.

Das Ereignis ist von kurzer Dauer: Die nahe Beiz und die erwarteten guten Flugbedingungen ziehen uns an. Die Beiz ist bis auf den letzten Platz besetzt, der Startplatz überbelegt. Doch ein kleiner putziger iisvogel findet immer irgendwo ein Plätzchen zum Sitzen und zum Abheben.

Der Flug ist dann, naja, nicht ganz erwartungsgemäss. Der Startlauf dauert gefühlt länger als der Flug. So sind wir schneller im Landebier als gehofft. Den schweren Schirm hätte ich besser zu Hause gelassen…

Föhnbisengulme

Am 6. April stand der Amdener („Ammler“) Gulme auf dem Club-Programm. Das Meteobriefing am Vortag im Chat lautete wie folgt:

Die Wetterprognosen sehen zum jetztigen Zeitpunkt trotz leichter Föhntendenz bisher gut aus, der Föhn scheint nicht bis in die nördliche Schweiz zu kommen. Die Windprognosen sind auf Starthöhe sehr schwach aus südlichen Richtungen, mit steigender Höhe zunehmend und auf Westen drehend. Die Thermikprognose sieht auch ganz vernünftig aus.

Aufgrund der tatsächlich sehr schwachen Windprognosen folgten drei Eisvögel dem Motto „Fliege nie bei Föhn, ausser es ist schön“. Denn schön war der Tag durchaus! Wir starteten ab Bushaltestelle Soldanella und folgten dem fast durchgehend schneefreien Wanderweg die 700 Höhenmeter bis zum Gipfel.

Oben angekommen blies ein mittlerer Wind aus südöstlicher Richtung und der relevante Föhnindex zeigte 0 an. Wir erwägten noch kurz einen Schnee-Klippenstart direkt in die thermisch aktive Ostflanke, legten aber dann doch bei der freundlicheren Wiese unterhalb des Kreuzes aus. Ich (Danilo) startete als erstes, und konnte direkt über den Startplatz aufsoaren. Stefan startete kurz darauf, ich verlor ihn jedoch rasch aus den Augen. Leider war der Soaring-Wind nur von kurzer Dauer, und so gleitete ich bald gegen Amden zu, mit Hoffnung auf Thermik bei der Durschlegi. Leider vergeblich. 17 Minuten nach dem Start stand ich hinter Weesen auf einem frisch gemähten Feld.

Die Luft fühlte sich während dem gesamten Flug irgendwie merkwürdig an. Drückt der Föhn doch etwas durch? Ein kurzer Meteoschweiz-App-Check zeigte, dass in der Zwischenzeit der Föhn-Index von Bad Ragaz auf 1 stand, und der von Chur auf 2. Am Boden war noch alles ruhig. Doch wo blieben Stefan und Jörg?

Stefan hatte auch kein Thermikglück und landete in Amden. Jörg wollte einige Minuten später starten, doch da hatte der Wind auf Nord gedreht und beim Kreuz konnte nicht mehr gestartet werden. Daher entschloss er sich zu einem Flug ab der Nordseite des Gulme ins Toggenburg und landete zufrieden in Stein.

Was war das denn jetzt, Bise oder Föhn? So genau wissen wir’s nicht, aber es war schön 😎

Selun

Eigentlich hatte André ja eine Tour auf den Chli Aubrig ausgeschrieben. Aber angesichts der prognostizierten Bisentendenz wurde dann doch der Selun als Tagesziel ausgewählt.

Nachdem wir zu dritt bei der Selunbahn angekommen waren, die Ernüchterung: Es hatte schon so viele wartende Leute, dass wir über eine Stunde warten mussten. Die Wartezeit war jedoch kurzweilig, so konnten wir beispielsweise dem Alpabzug zuschauen und über Toggenburger vs. Appenzeller Trachten fachsimpeln. Als wir dann auch endlich an der Reihe waren, konnten wir in der Kiste gemütlich zum Strichboden hochfahren.

Von der Bergstation an ging’s zu Fuss weiter. Die 627 Höhenmeter sind zwar nicht gerade abwechslungsreich, dafür ist die Aussicht top. Oben angekommen dann der lohnende Blick über die Südwände auf den Walensee.

Beim Aufstieg diskutierten wir bereits unsere Flugziele. André wollte zum Auto zurück, Oli in Richtung Heimat, und ich (Danilo) zur Linth-Ebene. Der Wind erschien uns gut, über den Gipfeln standen bereits die Quellwolken und in der Ferne konnten wir einigen Schirmen beim Aufdrehen zusehen.

Am Selungipfel dann die Ernüchterung: Der Wind kam am Gipfel anders als prognostiziert zügig von Osten und manchmal thermisch von Süden. Wenn wir etwas weiter absteigen um im geschützten Bereich zu starten, können wir hingegen nicht direkt auf die Südseite wechseln. Alles nicht optimal. Oli und ich erwägten kurz einen Start in den steilen Wiesen gegen Süden, verwarfen den Gedanken aber rasch wieder. Daher entschieden wir uns doch dafür, 30m abzusteigen und nach Norden zu starten, mit viel schlechteren Thermik-Aussichten.

Beim Auslegen der Schirme änderte sich das Wolkenbild jedoch plötzlich. Eine andere Luftmasse drängte von Norden her an die Churfirsten heran, die Basis senkte sich rasch ab, und plötzlich kondensierte es um uns herum. Zudem drehte der Wind auf nördliche Richtungen. Rasch starteten wir, um nicht plötzlich im Nebel zu stehen.

Mir gelang es dann doch wider Erwarten, nach dem Start auf die Südseite zu wechseln. Dort erwartete mich jedoch keine schöne Thermik (wie 30 Minuten zuvor), sondern ein etwas unruhiges Lee. Ich flüchtete in Richtung See, suchte dort die Felsen nach Thermik ab, aber wurde nicht fündig. Eine halbe Stunde später landete ich in Walenstadt.

Oli zog es nach Osten zum Gräppelensee, aber der Gräppelensee-Schlauch war nicht da, und so landete er in Unterwasser.

André landete unter mysteriösen Umständen nicht in Starkenbach beim Auto, sondern auf der Sellamatt, und genoss eine Talfahrt mit der Bahn.

Und so kann man den Tag zusammenfassen: Selun statt Chli Aubrig, Südwind statt Nordwind, Kondensation statt hohe Basis, Nord-Lee statt Süd-Thermik, Walenstadt statt Linth-Ebene, Unterwasser statt St. Gallen und Sellamatt statt Starkenbach. Aber, am wichtigsten: Fliegen statt hinunterwandern, und Berge statt Büro. Darum war’s durchaus ein gelungener Tag!

Balmhorn

Prolog

Was nicht alles passen muss für einen Flug vom Balmhorn: Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Wolkenbasis, Sicht und Schnee am Startplatz. Und ein Schlafplatz in der Hütte.

Kurzum: Es braucht eine gehörige Portion Glück!

Eine Woche vor der Tour war, gemäss Prognose, ein Start vom Balmhorn machbar. So telefonierte ich ohne grosse Erwartung ins Hotel Schwarenbach. Welche Hütte ist heutzutage nicht schon Wochen im voraus ausgebucht? Das Schwarenbach jedenfalls nicht: Schnell die letzten 6 Plätze reserviert. Glück gehabt!

Doch wer kommt mit? Glücklicherweise fand ich vier Mitstreiter.

Samstag

Entgegen der Prognose regnet es erst einmal am Morgen. Fliegen oder nicht? Und wenn, wo? Der definitive Entscheid fiel erst, als wir die ersten Gleitschirme von der Allmenalp fliegen sahen. Glücklicherweise fliegbar. Vielleicht ist doch ein Flug in die Spittelmatt möglich, trotz des zügigen Windes am Balmhorn?

Die Realität holte uns schneller ein als gedacht. Keine Thermik. So standen wir alsbald wieder am Landeplatz und packten unsere Säcke für die Wanderung ins Schwarenbach: Ab Kandersteg laufen und Punkte sammeln oder Seilbahn und Apéro auf der Alp Spittelmatt? Der Entscheid war erstaunlicherweise nicht einstimmig…

Beim 4-Gang-Menü wurde nochmals die Windprognose konsultiert: Auf 3000m Top, auf 4200m Flop: Und dazwischen liegt der Balmhorngipfel. Es bleibt spannend, ob wir das Balmhorn im 3. Anlauf endlich befliegen?

Sonntag

Der Hüttenwart räumte um 4:00 den Zmorgentisch ab. Draussen ist es noch dunkel, aber schon ordentlich warm. Vielleicht hat er ja recht gehabt und der frühe Start ist nötig. Ein guter Weg führt ins Tal des Schwarzgletscher. Während sich die Wegspur langsam verliert, kommen wir der Schneeflanke hoch zum Zackengrat immer näher. Trägt der Schnee, trotz der nächtlichen Temperaturen?

Glücklicherweise ja, und so steigen wir mit den Steigeisen zügig zum Grat empor. Der Zackengrat ist einfach zu begehen, aber wegen seiner Länge und den schweren Säcken doch sehr anstrengend. Das ist dem ersten iisvogel zu viel: Lieber fliegen als laufen, sagen seine Oberschenkel. Und so gleitet er sanft nach Kandersteg, während sich die anderen Richtung Gipfel „pushen“.

Nach fünfeinhalb Stunden ist der Gipfel endlich, für mich auf dem letzen Zacken, erreicht. Eine traumhafte Aussicht bietet sich uns, bis zum Mont Blanc. Der Startplatz neben dem Gipfelkreuz hat Platz für vier Gleitschirme. Und es ist Windstill, von hinten. Kurze Verschnaufpause. Als der erste Luftzug von Südwest kommt, ist bereits wieder Unruhe in der Vogelschar. Schnell starten, denn Runterlaufen: Niemals!

Allen gelingt der Start, was sind wir doch für Glückspilze!

Der Flugplan ist einfach gehalten: Ein Gleitflug nach Frutigen sollte möglich sein, der Adler von Adelboden ist kürzlich weitaus tiefer gestartet, und es hat ihm auch gereicht.

Aber der Spass fängt erst an: Schon beim Doldenhorn die erste Thermik. Es reicht zwar bei weitem nicht zum Überflug, aber an die Südseite des Ärmighore oder zum Gehrihore, wo’s dann bis auf Startplatzhöhe geht. Unterwegs begegne ich dem Bartgeier auf Augenhöhe (physikalisch, nicht flugtechnisch), was für ein Erlebnis.

Und so fliegen wir, bis der Sitz unbequem und der Durst zu gross ist, bis nach Interlaken oder über den Niesen nach Frutigen.

Überglücklich setzen wir nach zwei Stunden Flug sanft auf.

Näbelchäppler

Um kurz nach sechs Uhr aufgewacht
Schi und Gleitschirm im Gepäck
fahrt ins Klöntal zum Plätz
los gelaufen wird um acht.

Der Näbelchäppler, 1600 Höhenmeter bis zum Ziel
zuerst ins Tal tschalpen,
dann über die zwei Alpen
das war den einen doch zu viel.

Ein Glarner hat schon eine Spur gemacht,
es war sicher ring,
in wenig Schnee wie Ende Frühling.
An die Abfahrt hat er wohl nicht gedacht.

Den Gipfel erreicht, auf dem letzten Zacken,
den einen hat’s gestunken,
beim starten haben sie noch gewunken,
während die anderen Rasten, im Sonnenschein, mit Wind im Nacken.

Die Schwünge in den ersten Hängen, ein Traum,
doch muss man aufpassen wo man fährt,
sonst zerstört man sich sein Abfahtsgerät,
denn eine Unterlage hat es kaum.

In der Mitte wird gestartet,
der Flug, zwar nur ein Abgleiter,
die Stimmung am Landeplatz dennoch heiter,
der Shuttle zur Beiz der wartet.

Die Tour war sehr durchdacht,
danke Gonzo für’s organisieren,
es gibt nichts zu monieren,
hat sehr viel Spass gemacht!

Lufthüttlitour

Wegen dem nassen Wetter konnte am Samstag nicht vom Fluebrig geflogen werden. So wanderten wir am späten Nachmittag mit Schirm und Schirm und ausreichend Verpflegung zum Lufthüttli, wo wir kurz vor dem Eindunkeln eintrafen. Nach einem ausgiebigen Apero wurde der Znacht angerührt und über die Grösse der Brotmocken diskutiert, Resultat war die Variante „Gross mit Rand“. Zum Dessert gab es wieder gebrannte Mandeln à la Stefan. Mittlerweile hatte es aufgeklart und ein prächtiger Sternenhimmel mit vollem Mond begleitete uns durch den geselligen Abend.

Am Morgen waren alle zeitig beim Zmorgen, denn man wollte Heute noch fliegen und der Meteolüg drohte mit viel Wind am Nachmittag. Der selbst gebackene Zopf war der Hit! Und bald stapften wir durch den Schnee in Richtung Redertengrat. Beim Rettungsschlitten traten wir endlich aus dem Schatten des Muttristock in die wärmende Sonne. Und auch der Wind kam endlich von unten.

Der Startplatz am Redertengrat war perfekt, und so schwangen wir uns bald in die Luft.

Im Gleitflug reichte es leider nicht bis nach Vordertal, so landeten alle beim Oberhof. Der Ausflug wurde durch ein feines Mittagessen abgerundet.

Danke Stefan für die Organisation.

Chammhaldenroute

Drei Wege führen von der Schwägalp über die Nordflanke des Säntis auf den Gipfel: Der Normalweg (T3), der Weg über die Nasenlöcher (T4+) und zuletzt die Chammhaldenroute (T5). Diese T5-Route über die Chammhalde haben wir am Samstag zu dritt (zwei Iisvögel und ein nichtfliegender Gast) unter die Füsse genommen. Die steilen Gras-Hänge waren zwar nach dem bereits mehrere Tage zurückliegenden Regen noch nicht ganz getrocknet, jedoch war der Weg problemlos zu bewältigen und die vorsichtshalber eingepackten Pickel hätte man gut auch im Auto lassen können.

Der Weg beginnt bei der Schwägalp und führt nahezu auf der direktesten Linie über die Gras-Schrofen und Felsbänder bis auf den Hüenerbergsattel auf 2326 m. Im Gegensatz zur Normalroute ist dieser Weg auch an einem Samstag nicht überbevölkert, man trifft kaum jemanden an und kann in Ruhe die schönen Felshänge und den Ausblick geniessen.

Vom Hüenerbergsattel aus könnte man über eine T6/III-Route via Girenspitz auf den Säntisgipfel, wir haben an dem Tag jedoch die Normal-Wanderroute via Blauschnee vorgezogen. Den Übergang vom Wanderweg in das Gebäude auf dem Gipfel beschreibt das SAC-Tourenportal wie folgt:

Die Trümpfe der Chammhaldenroute sind Tiefblicke, Tierbeobachtungen und Einsamkeit. Steigt man dann die letzten Meter zusammen mit den Normalwegwanderern in den Betonleib der Gipfelbauten, erscheint die Konsumwelt auf dem Säntis mit all ihren Angeboten geradezu grotesk.

Mit dem Schirm gestartet wurde vom Chalbersäntis, wo von den zwei wanderlust-befreiten iisvogel-Herren, die mit der Bahn hochgefahren waren, bereits keine Spur mehr zu sehen war. Daher keine Punktelieferung, aber dafür eine wunderbare Soaring-Session am Grat entlang und um die Säntis-Antenne. Nach einiger Zeit zogen wir weiter, Michael flog zurück zur Schwägalp, Danilo verlängerte den Flug via Lütispitz nach Ennetbühl.

Piz S……

Die regnerischen Wetterprognosen legten schon am Mittwoch die Absage der Tour auf den Piz Sardona vom Samstag, 27. August nahe. Eine Verschiebung auf den Sonntag war Schreibendem aufgrund angesagter Bewölkung mit tiefer Basis und zweifelhafter Windrichtung zu unsicher. Im Laufe des Samstags jedoch zeichnete sich ab, dass die Unternehmung am Sonntag vielleicht trotzdem klappen könnte. Auf Initiative von Suresh – „man kann es immer probieren“ – wurde die Unternehmung am Samstagabend etwas spät im Chat verbreitet – mit wenig Anklang.

So bestiegen Suresh, Stefan und Gonzo frühmorgens die kleine Seilbahn zur Tschinglenalp und nahmen den Aufstieg zum Segnespass unter die Füsse. Man trottete schwitzend bergauf und rätselte, weshalb die Tektonikarena Sardona (UNESCO-Welterbe) nicht flacher gebaut wurde. So könnte sie von ALLEN besucht werden und niemand würde diskriminiert. Entrüstet bemerkten wir, dass in der östlichen Wand der Arena, in der Kette der Tschingelhörner, ein riesiges Loch klaffte. Baupfusch überall!! Oder ist es bloss ein künstlerischer Furz des Arschitekten?

Die vielfältigen Gesteine waren ungewöhnlich geformt und teils schön gefärbt. Stefan fand sogar einen klaren, kleinen Bergkristall. Der wurde sofort wieder zurück ins Geröllfeld gelegt. Wir Superwoke stehlen selbstverständlich nicht das Geringste aus einem Weltkulturerbe.

Die im Schatten liegende „Mountain Lodge“ (die Glarner sagen: lotschrigi Bärghüttä) wurde links liegen gelassen und die Pause auf der sonnigen Bündnerseite des Passes genossen.

Nach kurzem Abstieg in den grossen Geröllkessel, in den am 4.8.2018 die Tante Ju mit 20 Insassen stürzte, erwartete uns der elend steile und unbequeme Schlussanstieg auf den Piz Segnas (3098 MüM) und wir erreichten kurz nach 11 Uhr den Gipfel. Mit unserer Steigrate von rund 500 Hm/Std. waren wir ganz zufrieden, zumal die Wolkenprognosen eine Trödelei nicht ratsam scheinen liessen.

Der schwache Wind aus NW passte perfekt zur Ausrichtung der Startmöglichkeiten im Gipfelbereich. Wir konnten nicht so recht einschätzen, wie sich die tief in den Osthängen liegenden Quellwolken noch entwickeln würden. Also wurde beschlossen, auf die Querung zum etwas niedrigeren Piz Sardona zu verzichten und bei guten Verhältnissen auf dem Piz Segnas zu starten. Nach einem Flug in beunruhigend ruhiger Luft landeten wir zufrieden beim Töniberg in Elm und waren Petrus dankbar für den bequemen und sicheren Abstieg. Ein Fussabstieg ins Tal hätte zu einem gefährlich hohen Bierkonsum geführt. Ein feines Mittagessen in Glarus und eine Abkühlung in der Flussbadi Schänis rundeten den Sonntag der Herren ab.

Gonzo

Hausstock

Die Idee, ein Hike & Fly zum 3158m hohen Hausstock im Glarnerland zu unternehmen wurde in letzter Zeit öfters diskutiert. Danilo hielt das schöne Wetter ende August für geeignet und machte kurzfristig eine Ausschreibung. Daniel ergänzte die Tourenplanung mit dem Vorschlag eines Starts ab Chamerstock. Danilo, Gonzo und ich hatten dagegen nichts einzuwenden.

Schon die Anfahrt mit dem Postauto zum Urnerboden war sehr unterhaltsam. Der Chauffeur versorgte seine Gäste mit Informationen und Freundlichkeiten im Stil eines Werbefahrten-Carchauffeurs. Mit der Seilbahn gings hoch zum Fisetengrat und schon schritten wir über den Grat zum Startplatz. Beim ersten Flug, der Talquerung, hatten wir noch Hoffnungen auf Thermik, welche uns zur Muttseehütte tragen könnte. Diese wurden bei dem angetroffenen „Geblöterle“ dann aber bald begraben. Das Steinschlaghoren machte seinem Namen Ehre und es rumpelte und zischte aus den instabilen Hängen. Bald landete einer nach dem anderen von uns auf einer Wiese bei den Seen von Tierfed. Mit Glück und Danilos Einsatz führten die eiligen Helikopterbewegungen beim nahen Landeplatz vor, zwischen und nach unseren Landungen nicht zu unliebsamen Annäherungen.

In der sehr effizienten Gondelbahn zum Chalchtrittli waren dann die Geschichten und noch vorhandenen Bauteile des Grossprojekts Pumpspeicherwerk Limmeren ein Thema, welches uns auch oben beim Muttsee weiter beschäftigen und staunen lassen sollte. Erst folgte aber der steile Aufstieg in der imposanten Flanke Chalchtrittli, via Nüschentäli zur Muttseehütte SAC.

Oben angekommen war der Durst gross. Ein grösseres Trinkgelage wurde aber durch das notwendige „einchecken“ und anstehende Nachtessen vereitelt. Wir konnten uns in einem 12er Zimmer breit machen und wurden, mit einem heute SAC-üblichen 4-Gang Menü, bestens verköstigt.

Den Verdauungsspaziergang unternahm Daniel zum Instagram-Spot Muttenchopf. Danilo und ich haben die Muttsee-Staumauer mit der Grosssolaranlage besichtigt und wurden freundlich darauf hingewiesen die „Betreten Verboten“-Tafeln verpasst zu haben. Gonzo unterhielt sich bestens in der Hütte mit altbekannten BergkameradInnen.

Dann empfingen wir Jörg. Er hat nach getaner Arbeit das letzte Bähnli genommen und ist durch den 3.5km langen Limmeren-Zugangsstollen anmarschiert. Er genoss beim langen Marsch die grossartige Echo-Akustik im Stollen und wähnte sich so spät alleine, als seine inbrünstigen Gesänge plötzlich wegen Gegenverkehr verhallten. Das leckere Menü war auch ihm noch gegönnt. Bei angeregten Unterhaltungen und Glarner Alpenbitter liessen wir den Tag ausklingen.

Frühes Frühstück war bestellt und nach einer ruhigen Nacht stand der Gipfelsturm zum Hausstock und hoffentlich ein Start dort oben auf dem Programm. Während dem morgentlichen Einlaufen rund um den See zogen hohe Wolkenschleier mit ordentlich Tempo über uns hinweg. Es wurden aber abflauende Winde gegen Mittag prognostiziert. So blieben wir zuversichtlich. Der Aufstieg zum Ruchi war sehr steil auf wechselnden Schottergrössen und wir gedachten den Anstrengungen unserer Clubkollegen, die diesen Chrampf vor ein paar Jahren bei sengender Hitze absolvierten. So waren wir froh um die Morgenfrische und kamen gut voran.

Über dem breiten, flachen Grat vom Chli Ruchi wähnt man sich dann plötzlich in einer Mondlandschaft. Bald war es aber wieder vorbei mit träumen und das Drahtseilfurggeli, ein mit solider Kette gesicherter Kletterabschnitt, forderte unsere volle Konzentration. Nun war nur noch der Gipfelaufschwung zum Hausstock zu meistern und schon standen wir Gratulationen austauschend beim Gipfelkreuz. Bei ausgiebiger Gipfelrast genossen wir das fantastische Panorama.

Bald machten wir uns aber auch daran, auf dem Gipfel eine kritische Startplatzbeurteilung vorzunehmen. Der Wind hatte nachgelassen und war nur noch schwach, aber etwas von der Seite. Nach gründlicher Abwägung der Chancen und Risiken startete Danilo als Erster mit Hilfe meiner Windspionassistenz erfolgreich. Bereits ist Gonzo am auslegen als eine starke Böe von hinten mich dazu bewegt, mit Jörg zu einem besser ausgerichteteren Platz zu wechseln.

Gonzo fliegt jauchzend über unsere Köpfe. Und bald auch Daniel – ohne Jauchzer. Dass es ihm aufgrund eines Beinah-Entlasters nicht danach war, erfahren wir später… Ich flog nach erfolgreichem Abheben auf der Sonnenseite des Sernftals hinab und landete nach einem genussvoll langen Gleitflug mit ein paar Kreisen unter Cumulis in Matt. Danilo und Daniel landen nach einem Flug in Richtung Kärpf in Schwanden. Gonzo schafft es bis zu seinem Auto in Ennenda. Jörg erreicht sein bereitgestelltes Fahrzeug in Linthal.

Wir treffen uns noch zu einem Landebier in Schwanden und stossen an auf eine gelungene Tour in der grandiosen Glarner Bergwelt.

Oli

Chaiserstock

Aufgrund des Wetters musste die Chaiserstock-Tour verschoben werden. Auch am Ersatzdatum waren uns die Wettergötter nicht ganz hold und hüllten den Gipfel in Nebelschwaden ein, so dass der ausgesetzte Startplatz nicht getestet werden konnte. Trotzdem konnten wir den mit Fixseilen und Ketten gesicherten Aufstieg geniessen und uns neben den Dohlen eine Gipfelrast gönnen. Etwas weiter unten fanden wir dann auch einen Startplatz, wo wir wieder zurück ins Riemenstaldental fliegen konnten.

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