alpiner gleitschirmclub iisvogel

Föhnbisengulme

Am 6. April stand der Amdener („Ammler“) Gulme auf dem Club-Programm. Das Meteobriefing am Vortag im Chat lautete wie folgt:

Die Wetterprognosen sehen zum jetztigen Zeitpunkt trotz leichter Föhntendenz bisher gut aus, der Föhn scheint nicht bis in die nördliche Schweiz zu kommen. Die Windprognosen sind auf Starthöhe sehr schwach aus südlichen Richtungen, mit steigender Höhe zunehmend und auf Westen drehend. Die Thermikprognose sieht auch ganz vernünftig aus.

Aufgrund der tatsächlich sehr schwachen Windprognosen folgten drei Eisvögel dem Motto „Fliege nie bei Föhn, ausser es ist schön“. Denn schön war der Tag durchaus! Wir starteten ab Bushaltestelle Soldanella und folgten dem fast durchgehend schneefreien Wanderweg die 700 Höhenmeter bis zum Gipfel.

Oben angekommen blies ein mittlerer Wind aus südöstlicher Richtung und der relevante Föhnindex zeigte 0 an. Wir erwägten noch kurz einen Schnee-Klippenstart direkt in die thermisch aktive Ostflanke, legten aber dann doch bei der freundlicheren Wiese unterhalb des Kreuzes aus. Ich (Danilo) startete als erstes, und konnte direkt über den Startplatz aufsoaren. Stefan startete kurz darauf, ich verlor ihn jedoch rasch aus den Augen. Leider war der Soaring-Wind nur von kurzer Dauer, und so gleitete ich bald gegen Amden zu, mit Hoffnung auf Thermik bei der Durschlegi. Leider vergeblich. 17 Minuten nach dem Start stand ich hinter Weesen auf einem frisch gemähten Feld.

Die Luft fühlte sich während dem gesamten Flug irgendwie merkwürdig an. Drückt der Föhn doch etwas durch? Ein kurzer Meteoschweiz-App-Check zeigte, dass in der Zwischenzeit der Föhn-Index von Bad Ragaz auf 1 stand, und der von Chur auf 2. Am Boden war noch alles ruhig. Doch wo blieben Stefan und Jörg?

Stefan hatte auch kein Thermikglück und landete in Amden. Jörg wollte einige Minuten später starten, doch da hatte der Wind auf Nord gedreht und beim Kreuz konnte nicht mehr gestartet werden. Daher entschloss er sich zu einem Flug ab der Nordseite des Gulme ins Toggenburg und landete zufrieden in Stein.

Was war das denn jetzt, Bise oder Föhn? So genau wissen wir’s nicht, aber es war schön 😎

Paraschii 2024

Für den Paraschii 2024 hiess es, früh aufstehen. Die sehr frühen Pipo, Alex und Christine wurden belohnt durch eine kürzere Wartezeit auf die zweite Gondel. Die etwas späteren Jörg, Suresh und Babette  waren erst um 9.30 Uhr auf der Piste. Das Wetter war traumhaft, der Wind blies laminar stramm und der Schnee motivierte zum Fräsen.

Schon beim Briefing auf der Sonnenterrasse war die Strategie klar: Das Podest sollte dieses Jahr von mehreren iisvögeln besetzt werden. Unsere tiefen Startnummern 11 bis 14 waren dafür schon mal eine gute Ausgangslage und das mit 24 Piloten dieses Jahr kleine Teilnehmerfeld ebenso. Alex hatte seine Latten extra fürs Rennen in einen Service gebracht, Jörg einen geheimen Wachs aus dem Jahr 1998 aufgetragen.

3 – 2 -1 – Start, und der Riesenslalom wurde möglichst eng, möglichst in der Hocke und möglichst elegant gefahren. Es galt, die richtige Mischung aus Geschmeidigkeit und Aggressivität zu finden. Noch wussten wir nicht, wie unsere Läufe gelungen waren. Aber es sei schon verraten: Alex’ Service hatte sich gelohnt, er fuhr Rang 2 ein.  Suresh folgte dicht darauf auf Platz 5 gefolgt von Pipo auf Rang 6. Jörgs Geheimwachs hatte sein Ablaufdatum offenbar definitiv überschritten: Rang 13

Hier hätte Manu, der ärgerlicherweise für seine Lokiführerschicht einfach keinen Ersatz finden konnte, mit seinem Kult-Skidress definitiv das Rennen aufgemischt.

Ich wollte später noch Skifahren, darum begab ich mich gleich zum Start.  Nach einigem Hin und Her entschied ich mich trotz zügigem Wind für einen Rückwärts-Skistart. Mögliche Helfer waren ja genug am Start. Alles passte und dank des Windes lag noch eine gute Viertelstunde seidenfeines Soaring an der Startkante drin, bevor etwas viele Schirme in der Luft waren und ich mich in die Talquerung für den Touch&Go einfädelte.

Dies war meine geheime Angstdisziplin, da ich das vorletzte Mal den Kreis butterzart, zielgenau aber 80 cm zu hoch und ohne Schneeberührung überflogen hatte. 2022 – mann ist ja lernfähig – kam ich dann auf dem Schnee tiefer und hochpräzise, aber 80 cm neben dem Kreis an. Doch diesmal klappte es. Nicht elegant, aber es klappte und euphorisch nahm ich das Adrenalin für den finalen Zielanflug mit. Das kleine Quiek-Gummischweinchen in der Kreismitte lockte und ich versetzte ihm mit meinen Skikanten einen Volltreffer – ausgequiekt.

Bald waren auch Pipo, Suresh und Alex in der Luft. Bei Alex passte ebenfalls alles, nur die beiden jüngeren hatten heuer etwas Zielpech. Dafür wurden sie mit einer guten Stunde erneutem Soaring am Gotschnagrat entschädigt. Ich entschied mich für einige weitere Pistenkilometer mit Christine und Babette.

Die Rankgverkündigung war spannend und die iisvögel dominierten das Podest klar:

Alex holte mit Rang 1 einen langersehnten Akkubohrer. Endlich hat er einen neuen. Vielleicht landet ja einer seiner weiteren vier gebrauchten auf dem Habrüti-Gabentisch? Jedenfalls wurden abends mit dem neuen Bohrer im Hotel gleich die Dübellöcher optimiert (s. Bild).

Jörg als Beinahe – Nichtschwimmer auf Platz 3 ergatterte einen Riverrafting Gutschein auf dem Vorderrhein und Suresh und Pipo auf Rang 5 und 18 Gutscheine für die Älplibahn am Vilan. Bei einer Abschlusspizza wurde der Anlass würdig gefeiert.

Hier sei dem GC-Grischa nochmals herzlich für die Organisation dieses tollen, unkomplizierten Plauschanlasses herzlichst gedankt. Und an alle daheimgebliebenen iisvögel, die irgendein Paar Skis zuhause haben: Lasst euch diesen Anlass nächstes Jahr nicht entgehen. Dann besetzen wir das ganze Podest.

Kein Schnee, kein Problem

Eigentlich stand auf der Ausschreibung „Schlittelplausch“. Doch die milden Temperaturen und der Regen gaben der Schlittelpiste im Bannwald am Ricken den Rest.

Das hielt die iisvogel Schar nicht von einem Ausflug zur Alp Egg ab. 14 hoch motivierte Wanderer trafen sich im Regen und Dunkelheit auf dem Ricken. Jeder marschierte so schnell er konnte hoch zur Beiz und der Besenwagen sammelte die meisten dennoch ein.

Oben gab es ein feines Fondue und angeregte Unterhaltung, man hatte sich ewig nicht gesehen.

Zum Schluss sausten wir alle im Blech-Schlitten zu Tal.

Weissmies (4017m)

In meinen Sommerferien wurde ich (Manu) von Danilo höflich daran erinnert, dass ich im Jahresprogramm eine Tour auf den Weissmies angekündigt hatte. Da er gerade am Computer sass, reservierte er mal sechs Plätze in der Almagellerhütte. Zurück in der Schweiz hatte ich dann Zeit, um die Einladung zu versenden. Die sechs Plätze waren rasch ausgebucht und ich musste zweimal noch in die Hütte anrufen, um noch Teilnehmer nachzumelden.

So starteten wir zu acht das Abenteuer: Danilo, Jörg, Nils, Chrigel, Andreas Mauchle, Daniel, Suresh und ich. Jörg hatte im Vorfeld ebenfalls viel Zeit am Compi verbracht und mit dem Gleitzahl-Rechner gespielt. Aus dieser Recherche ergab sich eine erste interessante Idee: Am Samstag (vor der Mittagspause der Gondelbahn) auf die Hohsaas fahren und dann in Richtung Almageller-Alp fliegen. Danilo, Jörg und ich fanden das eine gute Idee – die anderen Teilnehmer weniger. Sie nahmen die Bahn in Saas-Almagell zur Furggstalden, von wo sie der Erlebnisweg zur Almageller-Alp führte.

Insgeheim hofften wir natürlich, dass es ein wenig Thermik gibt an den Südhängen des Trifthorns, aber die Prognose stimmte: Ein stabiles Hoch. Nach der Landung und einer Stärkung in der Almageller-Alpbeiz nahmen wir drei ebenfalls den Hüttenweg unter die Sohlen.

Die Almageller-Hütte war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das Nachtessen wurde auf zwei Schichten aufgeteilt. Viele nutzten die möglicherweise letzte Chance unter Sommerbedingungen über den Südgrat auf den Weissmies zu steigen.

Nach dem Znacht präsentierte Jörg die zweite interessante Idee: Vom Gipfel, anstatt ins Wallis, nach Italien zu fliegen. Eine beeindruckende Höhendifferenz von 3‘750m. Er hatte seine Gleitzahl-Berechnungen ausgedruckt und zwei Möglichkeiten zur Diskussion gestellt. Entweder direkt durchs Valle di Bognanco nach Domodossola oder ein wenig weiter, aber mit besseren Notlandemöglichkeiten durchs Valle d’Antrona nach Villadossola. Der offizielle Landeplatz befindet sich zwischen den beiden Dörfern. Andreas, Daniel und Chrigel klinkten sich aus der Diskussion aus, weil sie nach Saas-Grund fliegen wollten. Wir anderen einigten uns auf die zweite Möglichkeit. Aber wie immer, man muss erst mal hoch- und dann in die Luft kommen.

Wir traten um 5 Uhr in einen wunderbaren Morgen hinaus und stiegen in der Dämmerung zum Zwischbergenpass, wo wir fröstelnd den Sonnenaufgang bestaunten und bereits die mögliche Flugroute studierten. Der Aufstieg über den Blockgrat war problemlos und die vielen Seilschaften verteilten sich erstaunlich gut. Im oberen Teil seilten auch wir an und über den aperen Gipfelgrat schnallten wir die Steigeisen an.

Um 11 Uhr erreichten wir den Gipfel und die Nervosität stieg. Die Prognose stimmte. Ein stabiles Hoch mit sehr wenig Wind. Es war theoretisch windstill – praktisch ein Null von hinten. Ab und zu gab es sogar einen Windstoss von oben. Auf 4‘000m bedeutet das: Rennen – Vollgas. Nur, wie geht das am besten? Mit oder ohne Steigeisen? Nach dem genauen Studium aller sieben Vorflieger (einer kam erst beim 4. Versuch weg) entschied ich mich klar gegen die Steigeisen.

Einmal in der Luft waren alle Sorgen vergessen, man konnte sich entspannen und die absolut tote Luft geniessen. Sie war jedoch nicht für alle gleich tot. Danilo flog ca 5 min vor mir und stieg kontinuierlich. Mein Vario gab keinen einzigen Laut von sich. Danilo kreiste über den Gipfeln und ich schaute mir schon die Lande-Alternativen an. Zum Glück hatte es keinen Talwind und es reichte mir, wie den anderen Iisvögeln, an den offiziellen Landeplatz. 30min später brachte uns der Bus bequem an den Bahnhof Domodossola, wo wir die grandiose Tour mit Moretti und Gelati feierten.

Selun

Eigentlich hatte André ja eine Tour auf den Chli Aubrig ausgeschrieben. Aber angesichts der prognostizierten Bisentendenz wurde dann doch der Selun als Tagesziel ausgewählt.

Nachdem wir zu dritt bei der Selunbahn angekommen waren, die Ernüchterung: Es hatte schon so viele wartende Leute, dass wir über eine Stunde warten mussten. Die Wartezeit war jedoch kurzweilig, so konnten wir beispielsweise dem Alpabzug zuschauen und über Toggenburger vs. Appenzeller Trachten fachsimpeln. Als wir dann auch endlich an der Reihe waren, konnten wir in der Kiste gemütlich zum Strichboden hochfahren.

Von der Bergstation an ging’s zu Fuss weiter. Die 627 Höhenmeter sind zwar nicht gerade abwechslungsreich, dafür ist die Aussicht top. Oben angekommen dann der lohnende Blick über die Südwände auf den Walensee.

Beim Aufstieg diskutierten wir bereits unsere Flugziele. André wollte zum Auto zurück, Oli in Richtung Heimat, und ich (Danilo) zur Linth-Ebene. Der Wind erschien uns gut, über den Gipfeln standen bereits die Quellwolken und in der Ferne konnten wir einigen Schirmen beim Aufdrehen zusehen.

Am Selungipfel dann die Ernüchterung: Der Wind kam am Gipfel anders als prognostiziert zügig von Osten und manchmal thermisch von Süden. Wenn wir etwas weiter absteigen um im geschützten Bereich zu starten, können wir hingegen nicht direkt auf die Südseite wechseln. Alles nicht optimal. Oli und ich erwägten kurz einen Start in den steilen Wiesen gegen Süden, verwarfen den Gedanken aber rasch wieder. Daher entschieden wir uns doch dafür, 30m abzusteigen und nach Norden zu starten, mit viel schlechteren Thermik-Aussichten.

Beim Auslegen der Schirme änderte sich das Wolkenbild jedoch plötzlich. Eine andere Luftmasse drängte von Norden her an die Churfirsten heran, die Basis senkte sich rasch ab, und plötzlich kondensierte es um uns herum. Zudem drehte der Wind auf nördliche Richtungen. Rasch starteten wir, um nicht plötzlich im Nebel zu stehen.

Mir gelang es dann doch wider Erwarten, nach dem Start auf die Südseite zu wechseln. Dort erwartete mich jedoch keine schöne Thermik (wie 30 Minuten zuvor), sondern ein etwas unruhiges Lee. Ich flüchtete in Richtung See, suchte dort die Felsen nach Thermik ab, aber wurde nicht fündig. Eine halbe Stunde später landete ich in Walenstadt.

Oli zog es nach Osten zum Gräppelensee, aber der Gräppelensee-Schlauch war nicht da, und so landete er in Unterwasser.

André landete unter mysteriösen Umständen nicht in Starkenbach beim Auto, sondern auf der Sellamatt, und genoss eine Talfahrt mit der Bahn.

Und so kann man den Tag zusammenfassen: Selun statt Chli Aubrig, Südwind statt Nordwind, Kondensation statt hohe Basis, Nord-Lee statt Süd-Thermik, Walenstadt statt Linth-Ebene, Unterwasser statt St. Gallen und Sellamatt statt Starkenbach. Aber, am wichtigsten: Fliegen statt hinunterwandern, und Berge statt Büro. Darum war’s durchaus ein gelungener Tag!

Hike & Fly (& Bähnli) Surselva

Mit den Worten: «August – da müssen wir etwas machen, dann sind doch die besten Tage im Jahr» habe ich (Oli) mich bei der Programm-Umfrage der GV22 spontan für die Organisation eines Anlasses «h&f Graubünden 19/20 August» gemeldet.

Zur Vorbereitung habe ich mir Gipfelziele im ganzen Bündnerland auf der Karte angeschaut. Anreise, Aufstieg, Startplatz/Terrain/Ausrichtung, Lokale Windysteme, Landeplätze, Übernachtungsmöglichkeiten, zweiter Tag, Rückreise… Da kommen ein paar Positionen zusammen, die passen sollten. Ein paar Ideen hatte ich dazu, aber richtig glücklich wurde ich mit keiner der bedachten Optionen. Da nehmen sich ein paar Kollegen extra ein Wochenende raus – es sollte schon etwas Gescheites veranstaltet werden.

Bei der Rückbesinnung auf meine GV-Wortmeldung gelange ich zur Erkenntnis: Ich sollte etwas organisieren, wo ich bereits etwas Erfahrung habe und die Bedingungen kenne. Es soll vor allem ums fliegen gehen. Auf hohe Gipfel steigen können wir bei anderen Anlässen. Die Organisation von mehrtägigen Hochtouren überlasse ich versierteren Bergsteiger-Clubmitgliedern. Bähnli sollen kein Tabu sein. Dann überlegen sich die Teilnahme auch Kollegen mit weniger «Raufsteiger-Ambitionen».

Die Surselva liegt mit diesen Kriterien nahe. Da habe ich in meinen «ambitioniertesten« Piloten-Jahren (lange ist’s her) einige meiner weitesten Flüge vollbracht. Ein Tal mit ÖV wegen dem Absaufrisiko, keine zu starken Talwinde, etliche Startplatz-Optionen, einige Bahnen… Im August ist am Alpenhauptkamm Streckenflieger-Hochsaison. Es kann dann thermisch ziemlich heftig abgehen, was ich in letzter Zeit nicht mehr so gesucht habe. Aber ich will es nochmal wissen. An einem Tag das Tal hoch und am nächsten Tag wieder runter, das sollte für mich doch noch möglich sein. Ich will mich wieder mal zusammenreissen.

Die Organisation ist mit dieser Idee dann schnell gemacht. Cassons, Startplatz 1. Tag. Die Bahn gibt’s nicht mehr, also ein willkommenes h&f Ziel. Wanderung ab Bargis über den Flimserstein. Wer will kann per Bahn abkürzen. Disentis, hinten im Tal als Tagesziel. Am zweiten Tag z.B. zum h&f-Startplatz Plaun Tir über Disentis, ebenfalls per Bahn abkürzbar. Flug zurück und heim – so der Plan.

Schön, haben sich auf die Ausschreibung fünf Clubmitglieder angesprochen gefühlt und Zeit gefunden. Daniel, Suresh, Armin, Stefan, Alex und Oliver (Org.) sind mit von der Partie. Zudem gesellen sich zwei geschätzte Iisvögel-Ehefrauen zu unserem Grüppli. Gut so, denn sind Frauen dabei, ist auch die Wahrung der guten Sitte sichergestellt.

Die Wetterprognosen sehen gut aus – samstags vielleicht etwas zuviel Nordwind für einen Start ab Cassons . Also wird der Treffpunkt am Bergrücken des Piz Mundaun, auf der gegenüberliegenden Talseite, in Vella im Lumnez vereinbart. Geflogen bin ich dort noch nie, aber gelobt wurde diese Gegend schon oft. Sie soll der Region Flims in fliegerischer Hinsicht in nichts nachstehen. Bei den Schweizermeisterschaften vor einer Woche, wurden die Tasks bei Nordwind-Lagen in diese Region gelegt.

Meiers sind bereits beim Kaffee in Vella, als sich die per ÖV angereisten Frühaufsteher einfinden. Zur Begrüssung, zum Znüni und zum Eincremen unter den belieben Sonnenstoren. Hitzetage sind angesagt – gut sind wir in den Bergen! Suresh war kürzlich hier für eine Woche im Kindlimann-Gleitschirm-camp. Wir haben also sogar einen Insider dabei. Dann gehen wir los, bis Triel zur Zwischenstation zum Znüni Nr.2. Wir haben keine Eile, Thermik gibt’s ja erst am Nachmittag. Armin gesellt sich in der weiten Etappe zu Alex: Team T&L Punktelieferanten. Die Hitze zollt bereits ihren Tribut. So trifft man sich nach dem Aufstieg bei der Bergstation Hitzeggen (der Name ist Programm) zum «Parawaiting». Die Thermik lässt auf sich warten. – Hoch fliegt endlich einer von den Brigelserhörnern kommend in unsere Richtung – kollektive Beobachtung! Wie es wohl mit Ihm auf unserer Talseite weitergeht? – Kaum ein zucken in seiner Kalotte, er schleicht auf unserer Höhe vorbei …tja.

Suresh wagt es dann als Erster – und setzt «aus bitterer Erkenntnis» bald wieder ein Stück unterhalb zur Landung an. Alex’ Versuch ist erfolgreicher. Er dreht einen Schlauch aus, gleich vor dem Startplatz (wenn man diesen kuppiert – verbuschten Hang so nennen will), bis zur Wolkenbasis. Es geht also! Einer nach dem anderen macht sich bereit und startet. Mein erster Versuch, nach langem warten in Vollmontur und bei doch zu lauem Lüftchen, endet glimpflich zwischen Kuppen und Büschen… Eine «gute Ablösung» braucht es schon um hier rauszukommen. Mein zweiter Versuch ist erfolgreich und bringt mich bald in schöne Höhen und weiter via Sezner Richtung Disentis. Bald finde ich mich im Flugmodus Streckenfliegen. Zwischen Thermik suchen und -drehen (oder weitersuchen weil zu schwach, oder zu ruppig) und Talquerung mit Beschleunigen wegen sinken und Hoffnung auf die nächste Thermik am Gegenhang…). Eine riesige, dunkle, ausbreitende Wolke über Disentis lässt Fragen aufkommen. – Abschattung, aber vielleicht auch grossflächiges Steigen…? Ich mache davor genügend Höhe, um der Antwort auf diese Frage nicht zu viel Optimismus zu bevorschussen. So schwebe ich frohlockend, als Erster über dem grosszügigen Landeplatz in Disentis ein und warte auf meine Clubkollegen. Alex gesellt sich bald zu mir und berichtet von seinem schönen Flug und den erstaunlichen Erfahrungen unter dieser Wolke… Dani, Stefan und Suresh nehmen für die Reststrecke die Bahn bis erstaunlich nahe zum Treffpunkt Nangijala Bar. Christine und Sandra sind nach ihrer Wanderung am Piz Mundaun auch angereist. Während dem Landebier erkennen wir dann endlich auch Armin im Anflug. Sein zweiter Versuch ab Hitzeggen war erfolgreich. – So sind wir wieder komplett.

Im Nangijala guest house beziehen wir unsere Zimmer. Frisch geduscht geht’s zum Nachtessen in der Catrina Lodge beim Landeplatz. Eine gute Wahl zum Essen und Trinken und Quatschen auf der Terrasse neben einer Reihe Boliden vom Oldtimer Treff Surselva. Den obligaten Absacker gibt es dann zurück auf unserer Hausbar-Terrasse. Zufrieden und müde geht’s zu Bett.

Beim sonntäglichen Frühstücksbuffet, welches in seiner Art für ein paar Irritationen bei uns sorgt, besprechen wir die Varianten der Startplätze für heute und die möglichen Zustiege. Aufgrund der allzu warmen Wander-Temperaturen und den verlockenden, automatisierten Zubringern, entscheiden wir uns für eine Bahnfahrt nach Gendusas, dem Wettkampf-Startplatz. Alex steigt mit uns noch hoch auf ein «Bödeli» von wo bereits eine Flugschule ihre Morgenflüge absolviert. Die restliche Truppe wandert weiter, über La Muotta, einen Felsrücken mit wunderbarem Panaromablick bis nahe Lai Alv, wo wir uns verpflegen, die ersten aufsteigenden Schirme beobachten und uns für den bevorstehenden Flug mental vorbereiten. Unsere «jungen Wilden» besprechen die möglichen Varianten des Heimflugs, hinüber ins Glarnerland via Sandpass beim Tödi oder der Bifertenlücke. Armin nimmt Walenstadt als Ziel ins Visier. Daniel schliesst sich meiner Zielformulierung an; die Surselva hinunter nach Flims.

Alex steigt bereits vor uns Richtung Himmel und macht erst mal eine Aufwärmrunde Richtung Oberalppass. Nach Suresh wage ich dann auch bald den Absprung und es geht wie erwartet flott nach oben. So flott, dass ich den Schlauch nicht ausdrehe, sondern in dieser grosszügigen Thermik bald Richtung Osten fliege und einige Aufwind nutze, um delfinierend im Geradeausflug Höhe zu halten. So fühlt sich ein Hammertag an 😊 Ich bin mir bewusst, dass ich nicht zu viel Höhe verschenken sollte um auf keinen Fall frühzeitig unter 2000m zu sinken. Die Thermikprognosen und auch Talwind drohen dort mit Absaufrisiko. Also fliege ich bald etwas vorsichtiger und mache vor den Talquerungen genügend Höhe, um jeweils über der nächsten Krete anzukommen. Ein Adler überholt mich. – Den Beschleuniger will ich nun auch vermehrt einsetzen. Bei den Brigelserhörnern, am Piz Dado, ist die Thermik ziemlich ruppig. Das war hier schon jedesmal so. Bei markanten Taleinschnitten muss ich darauf gefasst sein. Aber ich will weiterkommen, muss mich zusammenreissen und drehe auf.

Zum Glück – bald geht es nicht mehr ganz so selbstverständlich weiter. Statt steigen registriere ich nun anhaltendes sinken, komme tiefer und muss mich nun richtig anstrengen um mein Ziel noch zu erreichen. Vor dem letzten Bergrücken vor Laax habe ich bereits Erfahrung mit «Absaufen». Doch nun erinnere ich mich an Suresh, der gestern den Tipp mit uns teilte: Flieg zu den Hochspannungsleitungen – da geht es hoch. Damit hat er es kürzlich bis nach Bilten geschafft. Und tatsächlich finde ich die Aufwinde, welche mich bis in die gefühlte Höhe bringen, Flims zu erreichen. Nun nur noch entspannt gleiten. – Kaum habe ich diesen Gedanken gefasst, fliege ich beim Crap Sogn Gion in einen ungebetenen Hammer, den ich händeringend durchfliege, um meinen Schirm offen zu halten. Die getankte Extrahöhe reicht nun ein Stück über Flims hinaus und ich nehme Trin Mulin ins Visier. Eine Landung nahe dem Crestasee scheint mir bei dieser brütenden Hitze perfekt. Im See gönne ich mir nach der Landung eine Abkühlung und freue mich, mein Ziel auch heute erreicht zu haben.

Gespannt lese ich die whatsapp-Nachrichten meiner Clubkollegen und wie es Ihnen ergangen ist. Suresh konnte heute seinen Exploit Richtung Bilten leider nicht wiederholen und «groundet» gefolgt von Daniel, der mit seiner Leichtausrüstung angetreten ist, in Trun.

Stefan dreht im Startschlauch bis zur Basis, nimmt viel Höhe mit zum Bifertenstock und überfliegt diesen nach einem weiteren Lift. Die Landung danach in Nidfurn im Glarnerland nach ganz langem Gleiten hat er sich nach seinem tollen Start näher an Zuhause vorgestellt. Der weitere Verlauf der Route nach dem Biferten wird beim nächsten mal sicher gründlicher geplant.

Alex hällt uns Gelandeten mit Fotos und Text! über seine aktuellen Flugphasen bei Laune. Er macht es nach dem Überflug vom Tödi besser und quert den Urnerboden, um via Ortstock und Vrenelisgärtli am Wiggis nochmal Höhe zu tanken, für einen langen Endanflug quer über die Linthebene bis Uznach. Seine kühnen Träume, die er im «Nangijala» geträumt hat, haben sich erfüllt.

Genauso Armin, der seine Ansage wahr macht wie ein souveräner Telefonjasser. «Walenstadt aagseit, Walenstadt gmacht – Differenz = 0»

Bilder von Alex und Armin zeigen, in welchen Höhen und mit welch spektakulären Ausblicken geflogen werden konnte.

Auch die Damen haben den Tag genossen und die Naturschönheiten der Surselva von nahem betrachtet.

So geht das iisvogel-Wochenende in der Surselva als Erfolg in die «Geschichts-cloud» ein, mit riesigem Wetterglück, welches uns einen dieser seltenen «Hammertage» am Sonntag beschert hat. Ich nehme mir vor, das Glück herauszufordern und auch im nächsten Jahr einen iisvogel-Anlass mit hike- und Bahn-Optionen in einem tollen Streckengebiet zur Hochsaison zu veranstalten. Das Bedürfnis danach scheint im Club vorhanden und gibt mir die Möglichkeit, meinen in die Jahre gekommenen, inneren Schweinehund zu reanimieren.

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Balmhorn

Prolog

Was nicht alles passen muss für einen Flug vom Balmhorn: Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Wolkenbasis, Sicht und Schnee am Startplatz. Und ein Schlafplatz in der Hütte.

Kurzum: Es braucht eine gehörige Portion Glück!

Eine Woche vor der Tour war, gemäss Prognose, ein Start vom Balmhorn machbar. So telefonierte ich ohne grosse Erwartung ins Hotel Schwarenbach. Welche Hütte ist heutzutage nicht schon Wochen im voraus ausgebucht? Das Schwarenbach jedenfalls nicht: Schnell die letzten 6 Plätze reserviert. Glück gehabt!

Doch wer kommt mit? Glücklicherweise fand ich vier Mitstreiter.

Samstag

Entgegen der Prognose regnet es erst einmal am Morgen. Fliegen oder nicht? Und wenn, wo? Der definitive Entscheid fiel erst, als wir die ersten Gleitschirme von der Allmenalp fliegen sahen. Glücklicherweise fliegbar. Vielleicht ist doch ein Flug in die Spittelmatt möglich, trotz des zügigen Windes am Balmhorn?

Die Realität holte uns schneller ein als gedacht. Keine Thermik. So standen wir alsbald wieder am Landeplatz und packten unsere Säcke für die Wanderung ins Schwarenbach: Ab Kandersteg laufen und Punkte sammeln oder Seilbahn und Apéro auf der Alp Spittelmatt? Der Entscheid war erstaunlicherweise nicht einstimmig…

Beim 4-Gang-Menü wurde nochmals die Windprognose konsultiert: Auf 3000m Top, auf 4200m Flop: Und dazwischen liegt der Balmhorngipfel. Es bleibt spannend, ob wir das Balmhorn im 3. Anlauf endlich befliegen?

Sonntag

Der Hüttenwart räumte um 4:00 den Zmorgentisch ab. Draussen ist es noch dunkel, aber schon ordentlich warm. Vielleicht hat er ja recht gehabt und der frühe Start ist nötig. Ein guter Weg führt ins Tal des Schwarzgletscher. Während sich die Wegspur langsam verliert, kommen wir der Schneeflanke hoch zum Zackengrat immer näher. Trägt der Schnee, trotz der nächtlichen Temperaturen?

Glücklicherweise ja, und so steigen wir mit den Steigeisen zügig zum Grat empor. Der Zackengrat ist einfach zu begehen, aber wegen seiner Länge und den schweren Säcken doch sehr anstrengend. Das ist dem ersten iisvogel zu viel: Lieber fliegen als laufen, sagen seine Oberschenkel. Und so gleitet er sanft nach Kandersteg, während sich die anderen Richtung Gipfel „pushen“.

Nach fünfeinhalb Stunden ist der Gipfel endlich, für mich auf dem letzen Zacken, erreicht. Eine traumhafte Aussicht bietet sich uns, bis zum Mont Blanc. Der Startplatz neben dem Gipfelkreuz hat Platz für vier Gleitschirme. Und es ist Windstill, von hinten. Kurze Verschnaufpause. Als der erste Luftzug von Südwest kommt, ist bereits wieder Unruhe in der Vogelschar. Schnell starten, denn Runterlaufen: Niemals!

Allen gelingt der Start, was sind wir doch für Glückspilze!

Der Flugplan ist einfach gehalten: Ein Gleitflug nach Frutigen sollte möglich sein, der Adler von Adelboden ist kürzlich weitaus tiefer gestartet, und es hat ihm auch gereicht.

Aber der Spass fängt erst an: Schon beim Doldenhorn die erste Thermik. Es reicht zwar bei weitem nicht zum Überflug, aber an die Südseite des Ärmighore oder zum Gehrihore, wo’s dann bis auf Startplatzhöhe geht. Unterwegs begegne ich dem Bartgeier auf Augenhöhe (physikalisch, nicht flugtechnisch), was für ein Erlebnis.

Und so fliegen wir, bis der Sitz unbequem und der Durst zu gross ist, bis nach Interlaken oder über den Niesen nach Frutigen.

Überglücklich setzen wir nach zwei Stunden Flug sanft auf.

Habrüti Open 2023

Wie erwartet, der Wind im Nacken. Dennoch standen 11 gespannte Iisvögel auf dem
Habrütispitz um zu zeigen was sie können. Trotz anfänglicher Skepsis der Bäretswiler
Hooligans, konnte man sogar das Surren der Drohne tolerieren, welche das Spektakel der
Tauchstarts bestaunte.
Ein Vöglein nach dem andern hunterte die steile Wiese runter, um die Klötzlein ins Ziel zu
werfen. Naja, das Ziel wurde von allen verfehlt, trotz einem beeindruckenden Tiefflug von
Manu und einem noch tieferen Überflug, der zur Landung führte.
Da dachte man 5 Minuten sind gut geschätzt, bis der erste Vogel nur so runtersaust. Unten
angekommen, wurde dann mit Olis Luftgewehr ins Schwarze getroffen. Die Grillade war
schon eingepackt, so konnte das Gewehr auch schon wieder ins Auto versorgt werden.
Im schimmern der Taschenlampe kam dann die grosse Verkündigung der Ränge.

  1. Platz: Manu
  2. Platz: Suresh
  3. Platz: Alex

Danke fürs Organisieren an Oli und danke an die Bodencrew!

Näbelchäppler

Um kurz nach sechs Uhr aufgewacht
Schi und Gleitschirm im Gepäck
fahrt ins Klöntal zum Plätz
los gelaufen wird um acht.

Der Näbelchäppler, 1600 Höhenmeter bis zum Ziel
zuerst ins Tal tschalpen,
dann über die zwei Alpen
das war den einen doch zu viel.

Ein Glarner hat schon eine Spur gemacht,
es war sicher ring,
in wenig Schnee wie Ende Frühling.
An die Abfahrt hat er wohl nicht gedacht.

Den Gipfel erreicht, auf dem letzten Zacken,
den einen hat’s gestunken,
beim starten haben sie noch gewunken,
während die anderen Rasten, im Sonnenschein, mit Wind im Nacken.

Die Schwünge in den ersten Hängen, ein Traum,
doch muss man aufpassen wo man fährt,
sonst zerstört man sich sein Abfahtsgerät,
denn eine Unterlage hat es kaum.

In der Mitte wird gestartet,
der Flug, zwar nur ein Abgleiter,
die Stimmung am Landeplatz dennoch heiter,
der Shuttle zur Beiz der wartet.

Die Tour war sehr durchdacht,
danke Gonzo für’s organisieren,
es gibt nichts zu monieren,
hat sehr viel Spass gemacht!

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