alpiner gleitschirmclub iisvogel

Clubtour Niederbauen-Chulm

Der Eintrag im Jahresprogramm war wenig verheissungsvoll. Für eine kleine Wanderung mit kurzem Hüpfer in die Innerschweiz reisen? Dazu noch in das überlaufene Fluggebiet Emmetten? Pfff…

Aber ohalätz! Der Organisator, unser Präsi Simon, liess sich eine wirklich originelle Runde einfallen. Seine kurzfristige Ausschreibung mit Bildern, Zeitplanung und Gleitwinkel-Grafik (Tourenausschreibung) weckte das Interesse von Marc, Pipo und Schreibendem.

Marc chauffierte seinen mit vier iisvögeln gefüllten BMW nach Brunnen. Herzlichen Dank!

Nach einem Kaffee einschiffen und über den See weiter zum geschichtsträchtigen Rütli. Die Rütliwiese und der Schwurplatz wurden in Augenschein genommen. Diskussionen über Gesslerhüte, EU-Verträge und übergriffige Nachbarn blieben aus. Schliesslich muss sparsam gehaushaltet werden mit der Energie für den langen und steilen Aufstieg über 1530 Höhenmeter.

Auf einem breiten Touristenweg mit gemütlicher Steigung erreichten wir Seelisberg. Trotz TCS-Drivingcenter ein himmlischer Ort, dessen Name jedoch nicht von armen Seelen sondern vom Seeli herrührt, das 250m über dem Vierwaldstättersee idyllisch in einer Senke liegt.

Bald zeigten die Urner-Bergwege ihre Zähne. Steil hinauf mit vielen hohen kraftraubenden Tritten. Meine jungen Kameraden liess das trotz zunehmender Mittagshitze und sauschweren Rucksäcken kalt. Ihr Abstand vergrösserte sich trotz meiner auf‘s absolute Minimum beschränkten Leichtausrüstung kontinuierlich. Im abenteuerlichen blau-weissen Schlussaufstieg rede ich kurz mit einem absteigenden Wanderer über die unerträgliche Hitze. Jaja, man muss halt früher aufstehen… recht hat er.

Weit oben führt der Steig über eine lange Leiter in einer kaminartigen Höhle. Darin herrscht ein markanter Durchzug. Welche Wohltat! Ich lasse mich minutenlang anblasen bis Güggelhaut sichtbar wird und ächze dann weiter bis zum Gipfel, wo es eine ausgiebige Rast mit den Kameraden und herrlicher Aussicht gibt.

Die Gedanken kreisen um den bevorstehenden Flug. Reicht es trotz leichtem Gegenwind über den See zurück nach Brunnen? Wird der Gegenwind mit abnehmender Höhe schwächer oder stärker? Vielleicht können wir hier noch etwas aufdrehen und eine sichere Höhe erreichen? Oder sollen wir ohne Umschweife gleich in Emmetten oder in Beckenried landen? Oder bei der Bergstation der Standseilbahn Seelisberg? Oder notfalls unten bei der Schifflände Treib?

Nach einigem Hin- und Her, Nase in den Wind halten und Beobachten von anderen Gleitschirmen, die keine Höhe gewinnen, wollen wir mal Richtung Brunnen fliegen und unmittelbar vor der Seeüberquerung entscheiden, ob wir diese wagen oder irgendwo bei Seelisberg landen. Mein Leichtschirm hat die geringste Leistung – so wie ich beim Aufstieg. Jetzt darf ich aber als Dummy voraus. Mit einer Gleitzahl von 6 reicht es nach Brunnen. Die Anzeige auf dem Vario schwankt so zwischen 6 und 7. Passt. Dann aber sinkt sie längere Zeit auf ca. 4.

Wenn ich bei der Schifflände Treib nicht 500 m über dem See bin, um die Querung von 1.5 km in Angriff zu nehmen, werde ich dort landen. Es klappt. Unten hat es kaum Gegenwind und die Resthöhe erlaubt noch eine grosszügige Volte über dem Landeplatz Brunnen.

Pipo und Marc sehe ich eher tief über Seelisberg. Sie landen oberhalb der Schifflände Treib und machen einen Spurt bergab, um das nächste Schiff zu erwischen. Immerhin blieb noch eine Minute für den Kauf eines ersten Landebieres. Sie suchten noch nach Thermik und vernichteten dabei ihre Reservehöhe. Simon kommt mit etwas Verspätung, weil er noch meine beim Start fortgeblasene Dächlikappe, die als Helm hätte dienen sollen, rettete. Er hat soviel Höhe, dass er am Urmiberg noch Thermik suchen kann.

Ein erfrischendes Bad im Vierwaldstättersee, ein (zweites) Landebier und eine gemütliche Heimfahrt runden den herrlichen Tag ab. Danke Simon für die gute Idee und die Organisation.

Gonzo

Südfrankreich 2025

Samstag, 20. September 2025

Nicht alle wissen es: Einige Iisvögel sind im Herbst Zugvögel. Und so kam es auch dieses Jahr, dass vier Exemplare in Gonzos schönem VW-Bus in den Süden zogen. Nachdem Jörg, Andreas Schlegel und Chrigel aufgeladen waren, gingen schon die Diskussionen los, als rechterhand im Vorbeifahren der schöne Le Suchet lockte. Blinker raus und los auf den Gipfel. Vielleicht gibt es schon einen ersten Flug im Jura? Leider nein, auf 1588 m hatten wir zwar eine wunderbare Aussicht bis zum Montblanc, aber der Wind wehte zu böig und sogar für die Cracks zu stark.

Live Tracking auf burnair sei Dank entdeckten wir in der Nähe weiter unten Schirme. Kurzerhand fuhren wir nach Mauborget, wo uns ein Flugschulbus zum Startplatz hochfuhr. Die Romands kennen keine Limiten und quetschen so viele Leute hinein, wie es geht. Somit war unser erster Flug sogar noch in der Schweiz gesichert.

Nach einem Kaffee ging die längere Fahrt nach Montmélian los. Kurz vor dem Eindunkeln fanden wir einen Campingplatz, der seine letzte Nacht der Saison offen hatte. Das passte, auch das anschliessende Abendessen im Restaurant am See.

Sonntag, zweiter Tag

Nur 30 Minuten nördlich planten wir, noch rechtzeitig vor der angekündigten Kaltfront, einen Morgenflug bei Montlambert. Wir erhielten einen ersten Vorgeschmack auf die ausgezeichnet ausgerüsteten Start -und Landeplätze in Frankreich. Wunderbar gemäht, Sitzgelegenheiten, mindestens ein grosser Windsack, designierte Faltzone: alles war da. Extra für Jörg hatte der lokale Club (Les Indiens de Montlamb’air) einen Totempfahl am Startplatz aufgestellt. Nach einem kurzen, aber schönen Flug ins weite Tal holte Gonzo den Bus, während die anderen drei am Landeplatz chillten. Danach hiess es Kilometer fressen. Wir fuhren 290 km weit in den Süden bis nach Moustiers, wo wir wieder unsere Zelte aufschlagen wollten. Die Dame an der Rezeption zeigte uns allerdings auf dem Compi den Wetterradar mit der Gewitterfront, die schon ganz in der Nähe war. Es brauchte danach nicht mehr viel Überredungskunst und wir bezogen zu dritt ein Mobile Home. Es sollte sich lohnen, wie wir später im Dauerregen feststellten. Unser Chauffeur bezog die ganze Woche sein kuschliges Dachbett im Büsslihimmel.

Montag, dritter Tag

Andreas ist zu danken: jeden Morgen kochte er auf seiner Bialetti für alle Kaffee. So kam sogar Jörg irgendwann aus den Federn und wurde ansprechbar. Heute war eine Wanderung in die Verdonschlucht angesagt. Warn- und Verbotsschilder verstanden wir nicht, denn sie waren in einer uns nicht so vertrauten Fremdsprache geschrieben. So stiegen wir in die Schlucht hinunter und verbrachten den ganzen Vormittag auf abenteuerlichen Pfaden in der Schlucht. Das Rückseitenwetter enttäuschte uns nicht und liess auf dem Heimweg einen Nachmittagsflug von Aiguines zu. Dieser war so hübsch, dass wir uns sogar noch für einen Abendflug in Moustiers entschieden. Eine Stunde hochlaufen und schon konnte auf dem Courchon gestartet werden. Das erhoffte Abendsoaring fiel zeitlich nicht für alle gleich ergiebig aus. Machte nichts, die Kulisse über dem Städtchen und die dramatischen Felsformationen entschädigten sowieso. Bei Bier, Wein, Grappa und einer späten Pizza klang der Abend aus.

Dienstag, vierter Tag

Nach dem Morgenkaffee und einem Dorfrundgang fuhren wir 12 km ins Hinterland zum Fuss des Mont Denier. Wieder wanderten wir gemächlich etwa 500 Höhenmeter hinauf zum Startplatz, wo wir bald nicht mehr allein waren. Der Wind wehte optimal und das Wolkenbild war vielversprechend. Wir liessen die Locals vorfliegen und starteten bald darauf selber. Wie sich das lohnte: Gleich nach dem Start stieg es bis an die Basis, so dass wir es bis übers Plateau und die vordere Krete Richtung Moustiers schafften. Bei windigen, aber guten Bedingungen konnten alle Iisvögel einen langen Panoramarundflug geniessen. Für mich das unbestrittene Highlight der Woche. Danke Gonzo fürs Landen beim Auto und zurückholen desselben.

Mittwoch, fünfter Tag

Heute war der einzige Tag, an dem nicht geflogen wurde. Wie checkten für alle Fälle im Nieselregen den Startplatz bei Digne-les-Bains, kauften Honig am Markt und fuhren weiter nach Saint-André-les-Alpes. Der Regentag erleichterte uns die Entscheidung an der Reception zugunsten einer erneuten Mobil Home Miete. Diesmal hatte es sogar WC und Dusche – und ganz wichtig – eine Heizung, denn es war kühl geworden. Das Abendessen im Bistro war umso leckerer.

Donnerstag, sechster Tag

Schon während des Morgenkaffees strahlte der Himmel und war voller Schulschirme. Chrigel und Gonzo wollten auf thermisch optimale Bedingungen warten und verbrachten den Morgen auf dem Campingplatz. Zwei weniger ambitionierte Iisvögel leisteten sich den 6 € billigen Shuttle und genossen schon mal einen ruhigen Morgenflug vom Hausberg Chalvet. Gegen Mittag waren wir alle vier (erneut) am Startplatz – zusammen mit gefühlt 40 weiteren Piloten. Alle warteten auf den ersten Vorflieger, der sich halten konnte. Als es soweit war, brach Hektik aus und etwas ungemütlich starteten reihenweise Piloten auf der riesigen Startfläche. Chrigel und Gonzo flogen lange, überhöhten prächtig und schafften dann auch tatsächlich eine hübsche Strecke Richtung Norden. Zurück kamen sie per Autostopp.

Freitag, siebter Tag

Heute wollten wir die schönen Flüge vom Vortag wiederholen. Doch am Morgen lag der Talboden unerwartet im Nebel. Also warteten wir bis Mittag und machten nochmals einen schönen Flug vom Chavet. Nachher verabschiedeten wir uns von Saint-André-les-Alpes und fuhren 100 km Richtung Norden nach Saint-Vincent-les-Forts mit seinem Rasenteppichstartplatz samt Kiosk, Liegestühlen, Toplandewiese und anderen Piloten. Nur der Wind kam mal von links und dann von rechts statt von vorn. Beinahe startbereit sahen wir zwei Vorfliegern zu. Nach diesem Spektakel entschieden wir uns für einen Dorfrundgang statt für einen Flug von diesem zweifellos spektakulären Soaringgebiet. (Die Vorflieger soarten nicht, sondern soffen klappernd ab, bezw. wurden auf die Nachbarhausterrasse verblasen.)

Eine letzte Nacht auf dem wunderbaren Campingplatz Les trois Lacs liess uns doch nochmals zelten. In der überraschenderweise rappelvollen Pizzeria in der Pampa ergatterten wir uns einen Privatofen zum Vorheizen. Anschliessend heizten wir mit Andreas’ Grappa nach.

Samstag, achter und letzter Tag

Einfach nur heimreisen ist öde, und deshalb sollte noch ein letzter Flug drinliegen. In Saint-Jean-Saint-Nicolas, 70 km nördlich, reichte die Zeit für einen schönen Hike & Fly. Wieder erwarteten uns Top-Fluginfrastruktur und gute Windverhältnisse. Wer etwas Biss hatte und zentrieren konnte, blieb länger oben und genoss einen stündigen Ferienabschluss in der Luft. Der Schreibende hatte und konnte nicht und genoss darum den Landeplatz etwas länger.

Am späteren Nachmittag bissen dann die Chauffeure noch in den sauren Apfel, beziehungsweise krallten sich das Lenkrad und fuhren die 550 km zurück in die Schweiz.

Fazit: 7 Fluggebiete, 9 Flüge, wunderbare Landschaften, einige Wanderungen, feine Restaurants, hübsche Übernachtungsplätze. Von vielen weiteren Anekdoten wäre noch zu berichten, aber man muss ja auch am Stamm noch etwas zum Plagieren haben!

Danke Gonzo für 1800 km entspannte Fahrt, Andreas für Morgenkaffee und Abendgrappa und Chrigel für die Vorbereitungen und das Aushecken der Flugmöglichkeiten.

Iisvogel-Ferien: So geht das!

34. Vereinsversammlung

Die Vereinsversammlung fand wieder einmal im Tipi statt.

Samichlaus

Und dann, als wir alle so gemütlich zusammen sassen und nichts böses dachten, kam der Samichlaus ins Tipi. Er machte sich im Eingang breit, eine Flucht war unmöglich.

Jeder der den (JO-) Chlaus kennt, fragte sich: Was weiss er? Komme ich glimpflich davon, oder hätte ich besser vorsoglich ein Sprüchli gelernt?

Der Chlaus war gut vorbereitet und jeder bekam sein Fett weg. Zum Beispiel der Eine, der mit seinem Quitschi-Mätteli alle wachgahlte hatte. Oder der Andere, der so alte Schuhe hat, dass man sie im Verkehrshaus ausstellen könnte.

Aber der Chlaus hatte nicht nur den Schmutzli vergessen, sondern auch die Fitze! Was für ein Glück…

Danke für’s erscheinen und bis bald.

Danke für’s erscheinen und bis bald.

Kein Schnee, kein Problem

Eigentlich stand auf der Ausschreibung „Schlittelplausch“. Doch die milden Temperaturen und der Regen gaben der Schlittelpiste im Bannwald am Ricken den Rest.

Das hielt die iisvogel Schar nicht von einem Ausflug zur Alp Egg ab. 14 hoch motivierte Wanderer trafen sich im Regen und Dunkelheit auf dem Ricken. Jeder marschierte so schnell er konnte hoch zur Beiz und der Besenwagen sammelte die meisten dennoch ein.

Oben gab es ein feines Fondue und angeregte Unterhaltung, man hatte sich ewig nicht gesehen.

Zum Schluss sausten wir alle im Blech-Schlitten zu Tal.

Piz Sardona: Schneestapfen oder Blutwurst?

Für einmal machten einige iisvögel dem Clubnamen keine Ehre und zogen die fettige Metzgete in der Alpwirtschaft Schindelberg dem mühseligen Nordaufstieg im Oktoberschnee auf den Piz Sardona vor.

Für das kommende Jahr fordern sie, dass sich der Klimawandel gefälligst ohne frühherbstlichen Schneezauber an unser Jahresprogramm hält!

Nach dem angenehmen Zusammenhocken – auch „socializing“ genannt – und vertilgten Schweinereien schwebten vier iisvögel an ihren Nanoplastik emittierenden Tüchern in der goldigen Abendsonne vom Habrütispitz ins Tal und drei weitere Teilnehmer förderten die Verdauung mit einem Fussabstieg.

Der schöne Tag klang beim Abschiedsbier in der Sonne Hintergoldingen aus.

1. Alpstein-Crossing

Ein neuer Hike & Fly-Event im Appenzellischen hatte am 19.9.20 in Weissbad seine Premiere.  Nach einem Threema Aufruf von Danilo war bald auch Manu interessiert. Il Siciliano zögerte, erst nach dem Versprechen der ersten beiden, nicht rennen, nur „schnell laufen“ zu müssen, machte er dann die iisvogel-Delegation doch komplett.

Kurz: Es war ein sehr cooler Event und unser Ziel, nicht letzte zu werden, haben wir mehr als erreicht – und natürlich wurde trotzdem gerannt!

Doch der Reihe nach: Read more

Habrüti Open 2020

Ein heftiges Gewitter tobte im Goldingertal, die Durchführung des Habrüti Open 2020 war ungewiss. Das kleine Teilnehmerfeld wartet aber geduldig bei Kaffee und Schlorzifladen auf besseres Wetter.

Um 19:00 war es soweit! Zügig wurdeauf den Habrütispitz gestiegen. Der Startwind war perfekt.  Keine Zeit für Lachs und Sekt. Nur den Klötzli-Abwurf-Platz konnte keiner vom Gipfel sehen. Aber getroffen wurde er dann dennoch.

Dieses Jahr konnte am Gipfel gesoart werden, was bei einem für ein sehr schlechtes Resultat bei der Flugzeit ansage sorgte.

Andere wiederum landeten, statt auf dem Ladepunkt, lieber unweit des Klötzliplatzes. So konnte wenigestens gleich aufgeräumt werden.

Beim Landebier war es bereits nach neun. So wurde auf das Bräteln verzichtet, denn die Küche im Restaurant Sonne war noch offen.

Rangliste

Kurz vor Mitternacht fand die Rangverkündigung statt:
1. Alex Meyer
2. Manu Bär
3. Thomas Conzett
4. Pipo Karrer
5. Armin Schielbi
6. Chrigel

Herzlichen Gratulation dem Sieger und herzlichen Dank an den weitgereisten Organisator Chirgel.
Die einstimmige Meinung: Es war das beste Habrüti Open in der Clubgeschichte.

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