alpiner gleitschirmclub iisvogel

Weissmies (4017m)

In meinen Sommerferien wurde ich (Manu) von Danilo höflich daran erinnert, dass ich im Jahresprogramm eine Tour auf den Weissmies angekündigt hatte. Da er gerade am Computer sass, reservierte er mal sechs Plätze in der Almagellerhütte. Zurück in der Schweiz hatte ich dann Zeit, um die Einladung zu versenden. Die sechs Plätze waren rasch ausgebucht und ich musste zweimal noch in die Hütte anrufen, um noch Teilnehmer nachzumelden.

So starteten wir zu acht das Abenteuer: Danilo, Jörg, Nils, Chrigel, Andreas Mauchle, Daniel, Suresh und ich. Jörg hatte im Vorfeld ebenfalls viel Zeit am Compi verbracht und mit dem Gleitzahl-Rechner gespielt. Aus dieser Recherche ergab sich eine erste interessante Idee: Am Samstag (vor der Mittagspause der Gondelbahn) auf die Hohsaas fahren und dann in Richtung Almageller-Alp fliegen. Danilo, Jörg und ich fanden das eine gute Idee – die anderen Teilnehmer weniger. Sie nahmen die Bahn in Saas-Almagell zur Furggstalden, von wo sie der Erlebnisweg zur Almageller-Alp führte.

Insgeheim hofften wir natürlich, dass es ein wenig Thermik gibt an den Südhängen des Trifthorns, aber die Prognose stimmte: Ein stabiles Hoch. Nach der Landung und einer Stärkung in der Almageller-Alpbeiz nahmen wir drei ebenfalls den Hüttenweg unter die Sohlen.

Die Almageller-Hütte war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das Nachtessen wurde auf zwei Schichten aufgeteilt. Viele nutzten die möglicherweise letzte Chance unter Sommerbedingungen über den Südgrat auf den Weissmies zu steigen.

Nach dem Znacht präsentierte Jörg die zweite interessante Idee: Vom Gipfel, anstatt ins Wallis, nach Italien zu fliegen. Eine beeindruckende Höhendifferenz von 3‘750m. Er hatte seine Gleitzahl-Berechnungen ausgedruckt und zwei Möglichkeiten zur Diskussion gestellt. Entweder direkt durchs Valle di Bognanco nach Domodossola oder ein wenig weiter, aber mit besseren Notlandemöglichkeiten durchs Valle d’Antrona nach Villadossola. Der offizielle Landeplatz befindet sich zwischen den beiden Dörfern. Andreas, Daniel und Chrigel klinkten sich aus der Diskussion aus, weil sie nach Saas-Grund fliegen wollten. Wir anderen einigten uns auf die zweite Möglichkeit. Aber wie immer, man muss erst mal hoch- und dann in die Luft kommen.

Wir traten um 5 Uhr in einen wunderbaren Morgen hinaus und stiegen in der Dämmerung zum Zwischbergenpass, wo wir fröstelnd den Sonnenaufgang bestaunten und bereits die mögliche Flugroute studierten. Der Aufstieg über den Blockgrat war problemlos und die vielen Seilschaften verteilten sich erstaunlich gut. Im oberen Teil seilten auch wir an und über den aperen Gipfelgrat schnallten wir die Steigeisen an.

Um 11 Uhr erreichten wir den Gipfel und die Nervosität stieg. Die Prognose stimmte. Ein stabiles Hoch mit sehr wenig Wind. Es war theoretisch windstill – praktisch ein Null von hinten. Ab und zu gab es sogar einen Windstoss von oben. Auf 4‘000m bedeutet das: Rennen – Vollgas. Nur, wie geht das am besten? Mit oder ohne Steigeisen? Nach dem genauen Studium aller sieben Vorflieger (einer kam erst beim 4. Versuch weg) entschied ich mich klar gegen die Steigeisen.

Einmal in der Luft waren alle Sorgen vergessen, man konnte sich entspannen und die absolut tote Luft geniessen. Sie war jedoch nicht für alle gleich tot. Danilo flog ca 5 min vor mir und stieg kontinuierlich. Mein Vario gab keinen einzigen Laut von sich. Danilo kreiste über den Gipfeln und ich schaute mir schon die Lande-Alternativen an. Zum Glück hatte es keinen Talwind und es reichte mir, wie den anderen Iisvögeln, an den offiziellen Landeplatz. 30min später brachte uns der Bus bequem an den Bahnhof Domodossola, wo wir die grandiose Tour mit Moretti und Gelati feierten.

Balmhorn

Prolog

Was nicht alles passen muss für einen Flug vom Balmhorn: Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Wolkenbasis, Sicht und Schnee am Startplatz. Und ein Schlafplatz in der Hütte.

Kurzum: Es braucht eine gehörige Portion Glück!

Eine Woche vor der Tour war, gemäss Prognose, ein Start vom Balmhorn machbar. So telefonierte ich ohne grosse Erwartung ins Hotel Schwarenbach. Welche Hütte ist heutzutage nicht schon Wochen im voraus ausgebucht? Das Schwarenbach jedenfalls nicht: Schnell die letzten 6 Plätze reserviert. Glück gehabt!

Doch wer kommt mit? Glücklicherweise fand ich vier Mitstreiter.

Samstag

Entgegen der Prognose regnet es erst einmal am Morgen. Fliegen oder nicht? Und wenn, wo? Der definitive Entscheid fiel erst, als wir die ersten Gleitschirme von der Allmenalp fliegen sahen. Glücklicherweise fliegbar. Vielleicht ist doch ein Flug in die Spittelmatt möglich, trotz des zügigen Windes am Balmhorn?

Die Realität holte uns schneller ein als gedacht. Keine Thermik. So standen wir alsbald wieder am Landeplatz und packten unsere Säcke für die Wanderung ins Schwarenbach: Ab Kandersteg laufen und Punkte sammeln oder Seilbahn und Apéro auf der Alp Spittelmatt? Der Entscheid war erstaunlicherweise nicht einstimmig…

Beim 4-Gang-Menü wurde nochmals die Windprognose konsultiert: Auf 3000m Top, auf 4200m Flop: Und dazwischen liegt der Balmhorngipfel. Es bleibt spannend, ob wir das Balmhorn im 3. Anlauf endlich befliegen?

Sonntag

Der Hüttenwart räumte um 4:00 den Zmorgentisch ab. Draussen ist es noch dunkel, aber schon ordentlich warm. Vielleicht hat er ja recht gehabt und der frühe Start ist nötig. Ein guter Weg führt ins Tal des Schwarzgletscher. Während sich die Wegspur langsam verliert, kommen wir der Schneeflanke hoch zum Zackengrat immer näher. Trägt der Schnee, trotz der nächtlichen Temperaturen?

Glücklicherweise ja, und so steigen wir mit den Steigeisen zügig zum Grat empor. Der Zackengrat ist einfach zu begehen, aber wegen seiner Länge und den schweren Säcken doch sehr anstrengend. Das ist dem ersten iisvogel zu viel: Lieber fliegen als laufen, sagen seine Oberschenkel. Und so gleitet er sanft nach Kandersteg, während sich die anderen Richtung Gipfel „pushen“.

Nach fünfeinhalb Stunden ist der Gipfel endlich, für mich auf dem letzen Zacken, erreicht. Eine traumhafte Aussicht bietet sich uns, bis zum Mont Blanc. Der Startplatz neben dem Gipfelkreuz hat Platz für vier Gleitschirme. Und es ist Windstill, von hinten. Kurze Verschnaufpause. Als der erste Luftzug von Südwest kommt, ist bereits wieder Unruhe in der Vogelschar. Schnell starten, denn Runterlaufen: Niemals!

Allen gelingt der Start, was sind wir doch für Glückspilze!

Der Flugplan ist einfach gehalten: Ein Gleitflug nach Frutigen sollte möglich sein, der Adler von Adelboden ist kürzlich weitaus tiefer gestartet, und es hat ihm auch gereicht.

Aber der Spass fängt erst an: Schon beim Doldenhorn die erste Thermik. Es reicht zwar bei weitem nicht zum Überflug, aber an die Südseite des Ärmighore oder zum Gehrihore, wo’s dann bis auf Startplatzhöhe geht. Unterwegs begegne ich dem Bartgeier auf Augenhöhe (physikalisch, nicht flugtechnisch), was für ein Erlebnis.

Und so fliegen wir, bis der Sitz unbequem und der Durst zu gross ist, bis nach Interlaken oder über den Niesen nach Frutigen.

Überglücklich setzen wir nach zwei Stunden Flug sanft auf.

Hausstock

Die Idee, ein Hike & Fly zum 3158m hohen Hausstock im Glarnerland zu unternehmen wurde in letzter Zeit öfters diskutiert. Danilo hielt das schöne Wetter ende August für geeignet und machte kurzfristig eine Ausschreibung. Daniel ergänzte die Tourenplanung mit dem Vorschlag eines Starts ab Chamerstock. Danilo, Gonzo und ich hatten dagegen nichts einzuwenden.

Schon die Anfahrt mit dem Postauto zum Urnerboden war sehr unterhaltsam. Der Chauffeur versorgte seine Gäste mit Informationen und Freundlichkeiten im Stil eines Werbefahrten-Carchauffeurs. Mit der Seilbahn gings hoch zum Fisetengrat und schon schritten wir über den Grat zum Startplatz. Beim ersten Flug, der Talquerung, hatten wir noch Hoffnungen auf Thermik, welche uns zur Muttseehütte tragen könnte. Diese wurden bei dem angetroffenen „Geblöterle“ dann aber bald begraben. Das Steinschlaghoren machte seinem Namen Ehre und es rumpelte und zischte aus den instabilen Hängen. Bald landete einer nach dem anderen von uns auf einer Wiese bei den Seen von Tierfed. Mit Glück und Danilos Einsatz führten die eiligen Helikopterbewegungen beim nahen Landeplatz vor, zwischen und nach unseren Landungen nicht zu unliebsamen Annäherungen.

In der sehr effizienten Gondelbahn zum Chalchtrittli waren dann die Geschichten und noch vorhandenen Bauteile des Grossprojekts Pumpspeicherwerk Limmeren ein Thema, welches uns auch oben beim Muttsee weiter beschäftigen und staunen lassen sollte. Erst folgte aber der steile Aufstieg in der imposanten Flanke Chalchtrittli, via Nüschentäli zur Muttseehütte SAC.

Oben angekommen war der Durst gross. Ein grösseres Trinkgelage wurde aber durch das notwendige „einchecken“ und anstehende Nachtessen vereitelt. Wir konnten uns in einem 12er Zimmer breit machen und wurden, mit einem heute SAC-üblichen 4-Gang Menü, bestens verköstigt.

Den Verdauungsspaziergang unternahm Daniel zum Instagram-Spot Muttenchopf. Danilo und ich haben die Muttsee-Staumauer mit der Grosssolaranlage besichtigt und wurden freundlich darauf hingewiesen die „Betreten Verboten“-Tafeln verpasst zu haben. Gonzo unterhielt sich bestens in der Hütte mit altbekannten BergkameradInnen.

Dann empfingen wir Jörg. Er hat nach getaner Arbeit das letzte Bähnli genommen und ist durch den 3.5km langen Limmeren-Zugangsstollen anmarschiert. Er genoss beim langen Marsch die grossartige Echo-Akustik im Stollen und wähnte sich so spät alleine, als seine inbrünstigen Gesänge plötzlich wegen Gegenverkehr verhallten. Das leckere Menü war auch ihm noch gegönnt. Bei angeregten Unterhaltungen und Glarner Alpenbitter liessen wir den Tag ausklingen.

Frühes Frühstück war bestellt und nach einer ruhigen Nacht stand der Gipfelsturm zum Hausstock und hoffentlich ein Start dort oben auf dem Programm. Während dem morgentlichen Einlaufen rund um den See zogen hohe Wolkenschleier mit ordentlich Tempo über uns hinweg. Es wurden aber abflauende Winde gegen Mittag prognostiziert. So blieben wir zuversichtlich. Der Aufstieg zum Ruchi war sehr steil auf wechselnden Schottergrössen und wir gedachten den Anstrengungen unserer Clubkollegen, die diesen Chrampf vor ein paar Jahren bei sengender Hitze absolvierten. So waren wir froh um die Morgenfrische und kamen gut voran.

Über dem breiten, flachen Grat vom Chli Ruchi wähnt man sich dann plötzlich in einer Mondlandschaft. Bald war es aber wieder vorbei mit träumen und das Drahtseilfurggeli, ein mit solider Kette gesicherter Kletterabschnitt, forderte unsere volle Konzentration. Nun war nur noch der Gipfelaufschwung zum Hausstock zu meistern und schon standen wir Gratulationen austauschend beim Gipfelkreuz. Bei ausgiebiger Gipfelrast genossen wir das fantastische Panorama.

Bald machten wir uns aber auch daran, auf dem Gipfel eine kritische Startplatzbeurteilung vorzunehmen. Der Wind hatte nachgelassen und war nur noch schwach, aber etwas von der Seite. Nach gründlicher Abwägung der Chancen und Risiken startete Danilo als Erster mit Hilfe meiner Windspionassistenz erfolgreich. Bereits ist Gonzo am auslegen als eine starke Böe von hinten mich dazu bewegt, mit Jörg zu einem besser ausgerichteteren Platz zu wechseln.

Gonzo fliegt jauchzend über unsere Köpfe. Und bald auch Daniel – ohne Jauchzer. Dass es ihm aufgrund eines Beinah-Entlasters nicht danach war, erfahren wir später… Ich flog nach erfolgreichem Abheben auf der Sonnenseite des Sernftals hinab und landete nach einem genussvoll langen Gleitflug mit ein paar Kreisen unter Cumulis in Matt. Danilo und Daniel landen nach einem Flug in Richtung Kärpf in Schwanden. Gonzo schafft es bis zu seinem Auto in Ennenda. Jörg erreicht sein bereitgestelltes Fahrzeug in Linthal.

Wir treffen uns noch zu einem Landebier in Schwanden und stossen an auf eine gelungene Tour in der grandiosen Glarner Bergwelt.

Oli

Hike & Fly auf den höchsten Glarner

Der Tödi war mit einem fixen Datum im Jahresprogramm, obwohl man nur selten vom Gipfel starten kann, eigentlich eine Schnapsidee.
Als dann die Planurahütte für’s Wochenende gebucht werden sollte, war sie natürlich ausgebucht. Manu konnte aber sechs Plätze für den Freitag ergattern, Ende Juni!

Der kühne Plan: Über den Clariden zur Planurahütte und über die Südwest Wand auf den Tödi. Petrus war wohl beeindruckt und honorierte uns mit perfektem Wetter. Und bestrafte die viel-zu-früh Bucher mit einer Kaltfront am Sonntag.

Mein Taxi fuhr 5:00 im Züri Oberland los uns und sammelte bis auf den Klausenpass eine ganze Vogelschar ein. Sieben iisvögel nahmen kurz nach Sonnenaufgang den Aufstieg über das iiswändli zum Clariden in Angriff. Nach einem ersten Verhauer übernahm der Ortskundige Bär die Führung. Beim iiswändli wurde angeseilt. Alle stiegen Richtung Clariden, niemand wollte über den Gletscher zur Hütte tschumpeln.

Der Wind stand bereits perfekt am Gipfelstartplatz als wir diesen erreichten. Nach einer kurzen Rast wurden bereits die ersten Schirme ausgelegt. Das rufen des Bieres von der Hütte war bereits hörbar. Einzig Andreas, der zurück nach Zürich musste, war Anfangs unschlüssig, ob es vom Startplatz über eine der vielen Lücken Richtung Urnerboden reichen würde. Aber als die ersten Schirme vor dem Startplatz soarten, waren alle Zweifel verflogen.

Sechs iisvögel landeten nach kurzem Flug auf dem offiziellen Gebirgslandeplatz vor der Hütte, wir sind ja anständig. Andreas kam trotz Start über der Basis nicht bis nach Zürich, aber im Gleitflug bis nach Diesbach.

Nach dem Landebier in der Lounge liess man den Nachmittag schlafend ausklingen. Der erste Tag wurde mit einem super-feinen Znacht von der super-freundlichen Hüttecrew belohnt. Mit vollen Bäuchen und überglücklich ging es zeitig zu Bett.

Der Zmorgen war vorzüglich und das Wetter perfekt. Bei Tagesanbruch ging’s los Richtung Sandpass. Auf dem Gletscher zeigten sich die Nachteile des Gewicht-Optimierens. Nicht alle Steigeisen sind gleichwertig: Gewicht = Sicherheit.

Über den Grat und unter dem Chli Tödi querend erreichten wir das Plateau und den Einstieg zur Westwand. In drei Seilschaften stiegen wir die schneefreie Geröllhalde emport zum Westgrat. Immer schön die Falllinie der vorausgehenden Seilschaften meidend. (Machen nicht alle, mussten wir feststellen.)

Endlich folgte der schöne Teil der Tour. Über die Gratkante, in für die Region kompaktem Fels, erreichten wir vor Mittag den Piz Russein. Der Wind bliess etwas kräftig von Südwest, aber die war Sicht gut. Auf dem Glarner Tödi war der Wind ‚unehrlich‘. Starke Böen wechselten mit schwachem Wind von allen Seiten. Ein erster Startversuch wurde trotz Unterstützung von vier Mannen nicht belohnt. Als nächster Startplatz wurde die Lücke zwischen den beiden Gipfeln des Tödi versucht. Weniger Wind, dafür auch nur eine sehr kurze Startbahn.

Ich kam nach mehreren Versuchen (nicht klar ob der fiese Wind oder der schlechte Pilot das Problem war) in die Luft. Sogleich spülte mich der Wind dem Gletscher entgegen. Erste Zweifel kamen auf, ob es überhaupt ins Tierfehd reicht? Das Sinken hielt gefühlt um den ganzen Tödi an. Erste beim Zuetribistock piepste das Vario freudig. Ein weitere Gleitschirm vom Tödi war nicht auszumachen. Waren sie bereits auf dem Fussabstieg?

Beim Fisetengrat kamen die ersten Gleitschirme vom Gumen entgegen. Aber das blaue Wunder war nicht dabei. Dessen Start konnte aber beim Überflug des Gumen bewundert werden. Im Gleitflug flog es anschliessend bis an die Chilbi in Glarus.

Gonzo war ebenfalls von der Lücke gestartet und auf dem Urnerboden gelandet, um das Auto zu holen.

Die verbliebenen Vier stiegen bis unter den Bergschrund ab. Dort war wenigstens die Startbahn länger. Jörg und Danilo flogen bis nach Linthal. Manu und Stefan nicht ganz. Aber Gonzo sammelte alle wieder ein. Man traf sich auf dem Ratshausplatz von Glarus zum Landebier. Und plötzlich waren wir wieder zu siebt, Alex hatte uns gefunden.

Herzlichen Dank an Manu für’s Organisieren, Gonzo für’s Fahren und Petrus für das tolle Wetter.

Vrenelisgärtli

Wer meint, das Vreneli sei für Gleitschirmflieger eine leichte Beute sieht sich getäuscht. Der Freier wird zu vielfältigen strategischen und taktischen Überlegungen gezwungen. Unser hartnäckiger Initiator und Organisator Andreas liess sich davon nicht beirren.

So trafen sich 6 iisvögel zur Taxifahrt nach Chäseren und nahmen den steilen Südaufstieg zur Glärnischhütte in der prallen Mittagshitze unter die Füsse. Keiner wagte den Versuch, die Hütte mittels Thermik zu erreichen. Umso leichter fand auf der Hüttenterrasse das Bügelspez von Adlerbräu den Weg durch die Kehlen und es entspannten sich interessante Gespräche mit dem Hüttenwart Friedli, der sich als perfekter Gastgeber und liebenswertes Glarner-Urgestein erwies. Das feine Nachtessen wurde sogar mit einem von Friedli spendierten Grappino aus dem Glarner-Rebberg abgerundet!

Die bereits hohen Temperaturen beim Aufbruch um 5 Uhr führten zu einem anstrengenden Aufstieg im weichen Schnee. Das hielt Daniel nicht davon ab, einen Abstecher auf den Ruchen-Glärnisch zu machen – „wenn man schon mal da ist“. Alle bewältigten unerschrocken die exponierte Eisenkletterei am Schwandengrat.

Nach kurzem Gipfel-Lunch fanden wir glücklicherweise noch tragfähigen Schnee im steilen Bereich des Gärtlis. Das Vreneli und sein Chessi werden nur noch wenige Wochen darunter begraben sein (https://www.schwanden-gl.ch/PDF_download/vrenelisgaertli_sage.pdf).

Allen gelang auf Anhieb der Start und die Gruppe zerstreute sich – der würdige Abschluss beim Landebier fehlte. Dafür wurden schöne Flüge genossen, die bis zu 2.3 h dauerten und bis nach Reichenburg (Andreas), Siebnen (Pipo), Galgenen (Danilo), Glarus (Daniel) oder zum Forstberg und zurück zur Hütte und zum Auto im Klöntal (Chrigel, Gonzo) führten.

Vielen Dank an Andreas für die Organisation! Das war eine gute und richtig alpine iisvogel Tour.

Tschep-tscherep-teschp

Geplant war eigentlich die Besteigung des Bishorns. Doch wie befürchtet war die Tracuit-Hütte, wie viele andere Hütten, schon ausgebucht, als nur Petrus das Wetter ahnte.

Doch welchen anständigen Gipfel mit Startplatz kann man an nur einem Tag besteigen?
(Wobei das Verhältnis zwischen Reisedauer und Flugdauer zu beachten ist.)

Die Windprognose meldete Nordwind, das Wetter sollte den ganzen Tag stabil bleiben: Eigentlich genau das, was ich mir im Juni für den Ringelspitz gewünscht hatte.

Wie kommt man also in einem Tag auf den höchstens St. Galler Gipfel?
Und lassen sich noch weitere iisvögel motivieren?

Ohne die Details der Tour zu kennen (1500 Hm, 6 km, 5 Std.), waren die 7 Plätze im Taxi-Gonzo ab Trin schnell ausgebucht.

Der kürzeste Weg zum Gipfel startet auf der Alp Mora ob Trin und führt in kurzweiligen drei Stunden über den Tschep Sut und den Tschep Sura auf den Tschep.
Von da weiter, immer unterhalb des Tschepgrates bleibend, auf dem Tschepband und durch die Westflanke unter den Gipfelaufbau.

Mit 1 Seil und 5 Gstälti kletterten alle 7 die letzten Meter auf den höchsten Punkt.
Kurz vor 13 Uhr sassen wir alle bei prächtigem Sonnnenschein auf dem Ringelspitz. Alleine. Von den zwei Gleitschirme, die wir vom Pizol herkommend vermuteten, war nichts auszumachen.

Der Wind wehte etwas zu zügig von Südwest. Trotz Startplatz Besichtigung liess sich keiner dazu hinreissen, auf dem Ringelfirn zu starten.

Also tschepperten wir zurück auf den Tschep. Ester hat’s gefreut, so musste sie nicht alleine absteigen. Do nun bog sie zur Ringelspitzhütte ab.

Vom Tschep hoben wir in die Nachmittagsthermik ab. Endlich durfte der Schrim fliegen.
Wer den Startschlauch auszudrehen vermochte, wurde mit einem Ringelspitz Überflug belohnt.

Zum Ziel wurde Trin-Mulin erklärt, da sich der Landeplatz direkt vor der Beiz befindet.

Um halb fünf landete als letzter Stefan. Alle waren nun da, auch Danillo, den wir eher im Bargis vermutet hatten. Und Gonzo hatte, dank Landung auf der Alp Mora, auch bereits das Auto geholt.

Es wurde noch ein Cordon-Bleu verputzt und dafür auf den Stau verzichtet. Nach zwei, drei Bier machten wir uns auf, um den Zweitschlüssel vom Auto zu suchen, bevor wir die Heimreise endgültig antratten.

Auf den letzten Metern mit dem Velo war es wieder so dunkel wie am Morgen. Aber nun brannten die Strassenlaternen.

Herzlichen Dank an Gonzo für den Taxidienst.
Und Pipo für die Organisation, das Seil tragen, das Seil herunterfliegen und das schreiben des Berichts.

So geht das…

(noch mehr Fotos)

Piz Palü

Acht Abenteurer (Drei vom letzten Mal wurden ersetzt) trafen sich zum Feierabend in der Diavolezza. Durch das Panorama Fenster war der Gipfel aber nicht zu sehen.
Das prognostizierte Zeitfenster für einen Start vom Gipfel war am Samstag bis um die Mittagszeit. Weder davor, da keine Sicht, noch danach, zu viel Wind, sollte ein Start möglich sein.

Zmorgen gab es gemütlich in der zweiten Schicht. Leider sah man den Gipfel immer noch nicht, doch man war sich sicher, dass geflogen werden kann.

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Rheinquelltour

Prolog

Acht Abenteurer starteten, dem ÖV sei dank, mit einer Stunde Verspätung auf dem San Bernardino in Richtung Marscholhorn.

Gemeinsam erreichten wir nach Mittag den Palo Nono auf 2401 m, was in etwas auf gleicher Höhe wie der avisierte Landeplatz im Ursprung entsprach.

Vorerst gab es zwei Möglichkeiten: Mit Thermik zum Ursprung oder ohne zum Schiessplatz und anschliessend Fussaufstieg zur Zapporthütte. Zum Starten suchte sich jeder iisvogel sein eigens Schneefeld. Kurze Zeit später hatten die meisten das Marscholhorn überhöht und folgten der Krete über das Zapporthorn und das Rheinquellhorn Richtung Ursprung. Wobei die einen bereits zum ersten Mal das Rheinwaldhorn umkreisten.

Zwei Waghalsige entschieden sich spontan für eine 3. Variante: Fussabstieg zum Schiessplatz. Zum Dessert waren sie dann auch in der Hütte.

Und dann war da noch Daluc*: der wollte nicht vom Schiessplatz hochlaufen und in den Ursprung reichte es wohl nicht. Die Wiese, bei der Hütte um die Ecke, sah von oben bestimmt perfekt aus. War aber wohl doch nicht optimal. So musste er zur Hütte getragen werden, von wo er noch einen Abendflug nach Thusis machte… Wir sollten ihn erst vier Tage später wieder treffen.

Güferhorn oder auch nicht

Tag zwei brach an und sieben Abenteurer genossen das Frühstücksbuffet in der Zapporthütte. Danke Martin für die wunderbare Bewirtung. Es ging zurück zum Ursprung und durchs Geröll in die Läntalücke.

Auf dem Programm stand die Besteigung des Güferhorns. Nur 24 m kleiner als das Rheinwaldhorn. Doch wie üblich zerfiel die Gruppe. Erdan* startete direkt in der Lücke. Drei begaben sich zum nächsten Schneefeld und warteten auf das einsetzen der Thermik und nur drei stiegen auf den Gipfel.

(Fast) alle konnten heute den Gipfel der Adula überfliegen. Danach wahlweise via Piz Cassimoi oder Zervreilahorn zur Lampertsch Alp. Die Landung auf der Alp sorgte jedoch für einige Unruhe bei den Einheimischen (Muh) und Gästen (Blabla).

Zum Landebier traf man sich in der Läntahütte.

Piz Cassomoi, Via Claud (Ost-Flanke)

Noch sechs Abenteurer waren beim Zmorgen am Tisch. Einer zog es am Vortag nach Vals.
Die Route führte erst Richtung Läntagletschern, dann dem Forneitobel entlang, empor zum Seeli auf 2666m. Nun die Schlüsselstelle der gesamten Unternehmung: Das Schnee-Couloir. Mit zwei Pickel und 3 paar Steigeisen wurde die Passage gemeistert. So erreichten wir in rund 4 Stunden den Piz Cassimoi. „Die Welt ist auf allen drei Gipfeln grossartig, das schönste Ambiente bietet aber sicher der Südgipfel mit dem Ausblick auf die Gletschergipfel der Adulagruppe.“

Mit schrecken stellten wir fest: Der Organisator war noch gar nie hier? Hat er nur die Cima di Aquila besucht?

Der Startplatz im Cassimoi-Sattel liess keine Wünsche offen. So kamen alle zügig in die Luft und über den Startplatz hinaus.
Nach der Querung des Bleniotals konnte der faszinierenden Costa entlang geflogen werden. (Es war sehr emotional…)
Am Landeplatz in Olivone waren wir zwischenzeitlich nur zu fünft, bis Gjör* mit dem Bus von Aquarossa eintraf.

Ab in den Süden

Bereits in der Nacht zog das erste Gewitter über Olivone hinweg. Und die Prognose verhiess nichts Gutes. So sassen sechs Abenteurer um 07:05 im Bus nach Biasca. Ziel war die 9-Uhr Bahn zum Monti-Savorù und Aufstieg zur Brogoldone-Hütte.

Leider mussten an der Bahn die Bremsen getestet werden, was uns eine Stunde Wartezeit kostete. Mit den herannahenden Gewittern wurde auf die Wanderung verzichtet und vom Startplatz Parusciana gestartet. Ein letztes Mal wurde in die Thermik eingedreht. Herrlich.

Vier Abenteurer genossen das letzte Landebier in Bellinzona.

Zwei hatten fluchtartig ihren Landeplatz verlassen und waren bereits auf dem Heimweg. Zu ihnen gesellte sich in Thusis Daluc*. So waren wir schon fast wieder vollzählig.

Herzlichen Dank dem Organisator

* Namen der Redaktion bekannt.

Schesaplana, hike & fly & Trottinett

Schon vor einem Jahr stand diese Tour auf dem Programm, fiel dann aber den Launen des Wetters zum Opfer. Beim zweiten Versuch nun sind uns die Wettergötter milder gestimmt. Zumindest für Samstag ist Prachtswetter angesagt. Vom angesagten Föhn am Sonntag lassen wir uns das Wochenende nicht vereiteln.

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Sustenhorn

Wind und Wetter orientierten sich perfekt am Jahresprogramm der iisvögel. Bereits beim Aufstieg zum Startplatz durch die abgeernteten Heidelbeerstauden und die interessante Tümpel- und Moorlandschaft war das durch einen eher hirntoten Postchauffeur verursachte Ärgernis vergessen. Unser guter Chrigel bügelte dessen Fehler freundlicherweise mit einem Extratransport für Armin und für fremde Tourengeher aus.

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