Tag 1
Bereits zum zweiten mal lud Oli ein, gemeinsam im Goms ein Wochenende in und über der Galmihornhütte zu verbringen. Im Gegensatz zu 2024 waren die Wettergötter gnädig gestimmt, und der Anlass konnte stattfinden!
Bereits früh morgens setzten wir uns in den Zug in Richtung Wallis. Der Tourenleiter hatte als Ziel die Riederalp gesetzt. Aber die Iisvögel wären ja nicht die Iisvögel, wenn man eine Planung einfach so hinnehmen würde, und so war spätestens nach dem dritten Kaffee im Speisewagen klar, dass es die Mehrheit nicht auf die Riederalp sondern auf die Fiescheralp zieht.
Nach einigen Umsteigevorgängen, einem vierten Kaffee (und Nussgipfel) auf der Terrasse des Hotel Alpina und einem gemütlichen Spaziergang standen wir zu sechst, ohne Dichtestress und mit Blick auf’s Horu auf dem Startplatz Fiesch Galfera. Das Wetter sah prächtig aus, aber die vielen Vorflieger konnten erst zögerlich Höhe machen…




Einige Zeit später waren wir ebenfalls in der Luft und kämpften uns höher. Ich (Danilo) flog zum ersten mal im Goms, und so war es ein erhabener Moment, als ich nach einer halben Stunde herumkratzen über der Fiescheralp endlich das Eggishorn überhöhte und das Aletsch-Gletscherpanorama geniessen konnte.


Die Thermik wurde immer besser und die Basis stieg stetig an. Und obwohl die Prognose mit leichtem Nordwind für das Wallis eigentlich nicht ideal war, konnten wir recht unbeschwert über den Gipfeln herumgondeln. Einige von uns sogar auf über 4200 Metern über Meer…

Unser Ziel für die Nacht war die Galmihornhütte. Um diese zu erreichen, gibt es zwei Varianten: Toplanden oberhalb der Hütte, oder Landen im Tal und 2-3h hochwandern. Angesichts der doch deutlich erhöhten Temperatur im Tal, peilten alle den Rossboden 150hm oberhalb der Hütte an und blieben risikoavers im Gleitwinkelbereich des Toplandeplatzes. Wie gut es sich da landen lässt und wie viele Gefahren und Lees lauern, darüber waren wir uns nicht ganz im klaren. Ein am Startplatz geäussertes Plädoyer zur Vorsicht war in einigen Köpfen noch gut präsent. Ich entdeckte aber irgendwann Alex unter mir – im Landeanflug auf den Rossboden – und die Landung sah schon fast lehrbuchmässig aus… So landete auch ich kurz daraufhin sicher auf der Alpwiese, und auch Pipo und Reto gesellten sich bald zu uns. Oli und Gonzo machten zwar einen Landeanflug, aber waren mit den zu dem Zeitpunkt turbulenteren Bedingungen nicht ganz happy und flogen deshalb in’s Tal zur Fäudkapäue.





Am Toplandeplatz wurde nun in aller Gemütlichkeit gepackt, geluncht und gefaulenzt. Auch einige mehr oder weniger bissige Insekten konnten begutachtet werden.



Nach einer ausgedehnten Pause machten wir uns auf den Weg in Richtung Hütte. Und obwohl die Wanderung nur knapp 1km / 150hm weit war, brauchten wir fast eine Stunde dafür – schuld daran waren die vielen Heidelbeeren am Wegrand!



In der Hütte wartete ein kühles Bier, frische Beeri-Wäie und ein exquisites Parfait auf uns. Und schon bald konnten wir auch die „Fliegerkollegen mit Fussaufstiegshintergrund“ in der Hütte begrüssen, die durch uns viele Touch&Lunch-Punkte sammeln konnten… Das ist wohl sowas wie der Gerechtigkeits-Ausgleich.




Tag 2
Gestärkt durch das Frühstück stiegen wir wieder zum Rossboden auf. Auch heute war die Prognose im Bezug auf „den Nördigen“ nicht ideal, aber als die ersten anderen Piloten über uns drüberflogen machten wir uns auch startklar. Und die Bedingungen waren super! Direkt nach dem Start wartete ein Schlauch auf uns, der uns zuverlässig bis an die Basis brachte (wenn auch nicht mehr ganz so hoch wie am Vortag). Von dort ging’s in Richtung Grimselpass und zurück. Unterwegs begleitete mich kurz eine Gruppe Gänsegeier. Beeindruckende Tiere, leider konnte ich keine Fotos davon machen.






Reto landete in Oberwald. Oli und ich flogen nochmals zurück bis hinter die Fiescheralp und schlossen anschliessend das Dreieck mit entspannter Landung bei der Fäudkapäue.



Die drei Herren Alex, Gonzo und Pipo hingegen statteten dem Finsteraarhorn einen kurzen Besuch ab und toplandeten anschliessend auf dem Breithorn, um dort traditionell zu tötsch-änd-lönschen… Bravo!



Einige Zeit später sassen wir gemeinsam im Zug in Richtung Zürich. Leider weder mit Speisewagen noch mit funktionierender Klimaanlage 🥵 Aber immerhin mit einem kühlen Bier. Besten Dank an Oli für die Organisation, an Alex für die Goms-Flugtipps sowie an alle anderen für die angenehme Gesellschaft!