alpiner gleitschirmclub iisvogel

Clubtour Bifertenstock 08./09. August 2026

Sieben kleine Isvögel gingen auf den Berg….

Oliver hatte die Tour ausgeschrieben und sieben Iisvögel hatten sich angemeldet für die Tour auf den Bifertenstock, dem zweithöchsten Berg im Glarnerland.

Geplant war am Samstag ein Gleitschirmstart von Laax Nagens 2134 m und Streckenflug zur Bifertenhütte 2482 m, von wo es dann am nächsten Tag über den spektakulären Bänderweg auf den Bifertenstock 3418 m gehen sollte. 

Leider verletzte sich unser Tourenleiter Oliver zwei Tage vorher beim Biken (gefährlicher Sport!) und da waren es nur noch sechs. Am Stammtisch zwei Tage vorher gab es unter den Teilnehmern und denen die den Bänderweg schon vor 25 Jahren gemacht hatten, ausgedehnte Diskussionen welches Material mitzunehmen ist und wie die Sicherungsmöglichkeiten sind. Wir entschieden uns dann Steigeisen, Gstältli und zwei kurze Seile für 6 Teilnehmer mitzunehmen. Am Tag nach dem Stammtisch kam dann die Absage von unserem Streckencrack Alex, der wohl nach den Diskussionen die Hosen voll hatte und da waren es nur noch fünf.

Am Samstagmorgen ging es dann endlich los mit dem Zug nach Chur und mit dem Postauto über Laax auf die Alp Nagens. Fünf Iisvögel (Simon, Reto, Andreas, Markus und ich) stiegen bei bestem Wetter noch etwa 150 hm auf, um bei gut vorhergesagter Thermik gegen 12 Uhr zu starten. Anfangs war die Thermik noch zäh und wir querten zum Grap Sogn Gion, wo wir dann bei noch tiefer Basis aufdrehen konnten. Gegen den Wind kämpften wir uns in der zerrissenen Leethermik Richtung Westen und nach etwa 1.5 h konnten Simon, Markus und ich an der Bifertenhütte landen. Andreas konnte im Skigebiet Brigels landen und ist dann zur Hütte aufgestiegen. Reto wurde am Grap Sogn Gion in der ruppigen Thermik einmal kräftig durchgeschüttelt, worauf er sich entschieden hat das Abenteuer zu beenden und in Falera zu landen. Und da waren es nur noch vier. 

Am Sonntagmorgen klingelte um 04:15 der Wecker, aber unser Präsident Simon hatte keine gute Nacht und hat sich deshalb entschieden den Gipfel nicht in Angriff zu nehmen, da waren es nur noch drei. Die Wind-Vorhersage (20 km/h West) war für einen Gleitschirmstart auf dem Gletscher unterhalb des Gipfels nicht optimal, aber wir wollten es auf jeden Fall versuchen und starteten um 05:00 mit Stirnlampen und Gleitschirmen in Richtung Bifertenstock. Kurz nach dem Loslaufen hat sich auch Andreas entschieden umzukehren, da er sich nicht fit genug fühlte und da waren es noch zwei.

Also machten sich die letzten beiden Mohikaner (Markus und ich) auf den Weg die Tour zu vollenden. Der Bänderweg ist sehr eindrücklich, man kommt ums Eck, sieht den Kessel und denk sich hier geht es nicht weiter. Die Bänder gehen dann aber relativ gut zu Gehen, es gibt allerdings keine Sicherungen und Stolpern ist verboten. Unterwegs kam der Wind immer wieder aus nördlichen Richtungen, was uns zuversichtlich stimmte mit den Gleitschirmen starten zu können. Am Ende vom zweiten Kessel wurde der Weg verlegt, es geht nun an Ketten hinauf zum Grat. Nach den Ketten kommt eine Kletterpassage, wo man an Stangen sichern kann. Wir haben aber letztendlich nirgends gesichert, da die Kletterstellen nicht extrem schwierig waren. Danach ging es über den schneefreien Grat bis auf den Gipfel, den wir nach etwas mehr als 3h erreichten. Bei bester Fernsicht hatten wir den gegenüberliegenden Tödi mit seinem gewaltigen Bifertenfirn direkt vor unseren Augen.

Der Wind sah gut aus (ca. 15 km/h WNW), deshalb steigen wir auf den Gletscher ab, bevor der Wind mit der Thermik irgendwann von Süd kommen würde. Da der Gletscher aper war, entschieden wir uns für einen Start mit Steigeisen und konnten so wir bei fast idealen Verhältnissen Richtung NW starten. Im Gleitflug ging es dann über die Heimat von Markus, entlang den Westflanken des Selbstsanft bis Linthal, wo wir das Tal nach Braunwald querten und an den Ostflanken bis nach Nidfurn im schönsten Kanton der Welt abgleiten konnten. Die Landung mit Steigeisen bei Nullwind war kein Problem.

Mit dem Zug ging es für Markus zurück nach Mollis und für mich ins Zürcher Oberland. Schade, dass wir die Tour nur zu zweit vollenden konnten, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Vielen Dank an Oliver für die Idee und Planung dieser schönen Tour und gute Besserung!

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