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Clubwochenende Berner Oberland

Wenn unser Chrigel zu einem Wochenende ins Berner Oberland ruft, gibt’s keine Halten: Für die Zürcherinnen und Zürcher unter uns sind ziemlich unbekannte Gebiete kennenzulernen…

So sitzen also am Samstag Morgen dem, 13. Juni, Annik, Suresh, Oliver und Andreas (der Schreibende) um 08:32 im Zug ab Zürich nach Bern. Sie kamen von St. Gallen, Wetzikon und aus dem Engadin mit ziemlich unterschiedlich langen Anfahrten. Ein fröhliches, bunt zusammengewürfeltes Grüppchen, jung & alt, Frau & Mann, gespannt auf die kommenden zwei Tage.

Tag 1: Schwarzbubenland

In Bern holt uns Chrigel am Bahnhof ab und nach kurzer Entscheidungsphase (der Wind, der Wind…!) entscheiden wir uns, ins Schwarzbubenland an den Schwarzsee zu fahren. Eine einigermassen windgeschützte und erst noch wunderschöne Gegend. Ziel ist das Hohmattli (1794m, d.h. 748Hm). Bei angenehmsten Temperaturen, vielfach im Waldschatten, einem gemütlichen Zwischenhalt in der sehr sympathischen Alpwirtschaft Alpmatt mit Kaffee & Kuchen ging’s schlussendlich aufs Hohmattli, wo uns ein grosszügiger Startplatz und der Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau erwartete. Aber ohalätz, der Wind war zwar nicht so stark, aber auch nicht wirklich konstant und schon gar nicht immer aus der richtigen Richtung. Bei zwar gemütlichem Lunch mussten wir einigen wenigen anderen Pilotinnen und Piloten beim Absaufen zusehen. – Hm, hilft ja nicht, auf geht’s!

Ziemlich unerwartet haben dann alle einen mehr oder wenigen gelungenen Einstieg gefunden. Die Starts waren teilweise etwas dynamisch (Füsse nochmals mit Bodenkontakt) aber auch immer sehr souverän kontrolliert, wie z. B. im Bild mit Anik, 90º Windwechsel beim Aufziehen. So durften wir also alle deutlich überhöhen, und einige bis 2500, 2600m hochsoaren, wo sich uns dann der Alpenbogen in seiner ganzen Pracht und erst noch mit guter Sicht präsentierte. Die entsprechend bei einigen sich einstellenden kalten Klüpperli verhinderten dann aber, dass jemand weit davonflog (und vielleicht auch, weil unten das Café Déjà-vu schon auf uns wartete).

Nach Kaffee und Kuchen liessen wir es uns nicht nehmen, noch einen erfrischenden Schwumm im Schwarzsee zu geniessen; sogar der Supergfrörli Andreas hat’s ins Wasser geschafft. Ein feines, mehrgängiges Nachtessen bei spannenden Diskussionen zwischen jung und alt, Frau und Mann rundeten den gelungenen Tag ab. Schon bald ging’s dann in Chrigels Haus auf die diversen Mätteli und Matratzen und zufrieden in den Tiefschlaf (die Peinlichkeit des 1:1 Schweiz – Katar hat uns nicht allzu lange beschäftigt).

Tag 2: Berner Oberland

Chrigel zaubert uns ein reichliches und feines Frühstück auf den Tisch, bei dem wir herzhaft zulangen. Das müssen wir, denn anschliessend gibt’s noch eine kleine Zügelaktion in seinem Haus; drei sperrige Möbel wollen in die oberen Stockwerke, und wir machen das noch so gerne. Und dann wollen wir alle wieder raus an die Luft und in die Höhe.

Heute sollte der Wind aus Westen noch etwas stärker sein. Wohin also? Chrigel empfiehlt uns, einmal mehr voll treffsicher, nach Frutigen zu fahren und von dort auf die Ober Geerene (1865m, d.h. 1098Hm) aufzusteigen. Wir sollten dort von der Niesenkette ziemlich gut vom Westwind geschützt sein.

Geplant, getan und wir stiegen wieder einen sehr abwechslungsreichen, z.T. schattigen Weg Richtung Startplatz auf. Dieser zeigte sich nicht gerade von seiner besten Seite, nämlich ziemlich steil, mit viel Vegetation und nicht eben berauschenden Windverhältnissen. Es ging aber dann trotzdem, mehr oder weniger, und der Flug war zuerst noch sehr bockig, dann nur noch mit andauerndem Sinkalarm um die 4 bis 5 m/s und kürzest Flugdauer (wenigstens bei mir nur gerade 9 Min) eher an der unteren Freudegrenze. Aber „scheen“ war’s trotzdem.

Bei Getränken und Geplauder im ehemaligen Militär-Hangar der hiesigen Flugschule (und im Schatten!) füllten die Kamele ihre Höcker wieder auf und liessen den Tag ausbambeln, und Chrigel fuhr uns alsbald nach Thun, wo die vier Auswärtigen dank Zugsverspätung sogar noch den bereits aufgegebenen Zug erwischten.

Hey, lieber Chrigel, herzlichen Dank für deine Einladung, die umsichtige Planung, deinen Taxidienst und deine grosszügige Gastfreundschaft in deinem Haus. Und euch allen, liebe Mit-Iisvögel-Gspändli, danke für die schöne Zeit und die offenen und respektvollen, spannenden Gespräche.

Andreas

Posted in Fly
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