alpiner gleitschirmclub iisvogel

Schilt

Das Interesse an einer Schneetour war sagenhaft!

Sage und schreibe zwei Anmeldungen gingen ein. Andreas und Jörg waren die zwei Verwegenen, welche sich dem Himmelfahrtskommando anschlossen und die Hinkelsteine packten. Denn es galt zwei Ausrüstungen unmenschliche 200 Höhenmeter vom Parkplatz zum Naturfreundehaus Fronalp hochzuschleppen.

Angesichts des wolkenlosen Himmels schloss sich Babette Mäder spontan dem Trio an, damit wir wenigstens einen Vierertisch füllen konnten (und zum Jassen wär es auch gäbiger).

Beim ersten Hahnenschrei, so um ca 08.30 Uhr (glarner Hahn), fellten wir schwer beladen los und waren bei der Beiz schon komplett schweissgebadet.

Das nette Personal erlaubte uns, die Flugzeuge beim Hintereingang zu deponieren. Niemand hatte Lust vom Gipfel zu fliegen. Nur noch mit Znüni und Jäggli beladen gings leicht bis zur Alp Mittler Stafel, wo wir eine erste Rast einlegten. Danach gings ans Eingemachte. Es galt die Schlüsselstelle zu überwinden – 50 Höhenmeter, 30 Grad. Schon mancher musste hier Forfait geben. So wie der unbekannte Schilt-Aspirant im besten Alter, der vor unseren Augen ungläubig auf seine gebrochene Bindung starrte. Anstatt elegant mit strahlender Miene vor dem Naturfreundehaus abzuschwingen, stapfte er auf Schusters Plastik-Rappen zurück zum rettenden Fahrzeug. Seine Verwünschungen aller Heiligen hallten noch lange durch die Talschaften. Die beschwichtigenden Worte seiner weiblichen Begleitung gingen im Stakkato unter.

Wir zogen weiter. Hilfe war zwecklos. Alle unsere Bindungen hielten der Belastung stand.

Beim Rettungsschlitten war die nächste Rast fällig. Babette reichte die Schinderei. Sie streckte lieber die Beine und genoss die Sonne. 

In einer weiteren Stunde standen wir bereits auf dem Gipfel und genossen die vom Sahara-Staub getrübte Aussicht.

Nachdem Jörg seinen allzu selbständigen Ski wieder gefunden hatte, lockte die Sonnenterrasse. Immer den Sulzhängen nach schwangen wir mit strahlender Miene vor dem Naturfreundehaus ab. Gestärkt mit Apfelstrudel, Most und Kaffee packten wir die Gleitschirme und starteten auf der Skipiste vor dem Haus zu einem gemütlichen Abgleiter nach Mollis.

Glücklicherweise hat sich Babette spontan angeschlossen, sie brachte das Auto wieder runter.

Schön wars, ich werde nächstes Jahr wieder eine Schneetour durchführen, zwei werden sich bestimmt wieder anmelden.

Manu Bär

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